Speditions- und Logistikkonzerne befinden sich wie kaum eine andere Branche am Puls der Weltwirtschaft und sind deshalb auch ein Barometer der wirtschaftlichen Entwicklung in den wichtigsten Märkten. Boomen die Weltmärkte, dann können sich Kühne+Nagel, Panalpina, DHL und Co. über mangelnde Nachfrage nach ihren Dienstleistungen nicht beklagen. Die global aufgestellten Transport- und Logistikkonzerne weisen in ihren Jahresabschlüssen für 2007 deshalb auch höchst erfreuliche Ergebnisse aus. Einige – wie zum Beispiel Kühne+Nagel und Panalpina – brachten es sogar fertig, deutlich über dem Marktwachstum zuzulegen, so etwa bei der Luft- und Seefracht.

Outsourcing unverändert aktuell

Mit der zunehmenden Komplexität der weltweiten Güterströme nehmen auch die Anforderungen an die für den physischen Warentransport Verantwortlichen deutlich zu. Immer mehr Unternehmen, und zwar sowohl weltweit agierende Konzerne wie auch vor allem KMU, nehmen deshalb in zunehmendem Masse die Dienste professioneller Logistiker in Anspruch. Dank ihrer weltweiten Vernetzung sind die Grossen im Speditions- und Logistikbusiness zudem in der Lage, die notwendigen Güterströme effizienter zu organisieren, als wenn viele einzelne Transporteure unterwegs sind.

Big Four 25 Prozent Marktanteil

Ein Merkmal der Speditions- und Logistikbranche ist die hohe Zahl an Wettbewerbern in diesem Geschäft. Die vier führenden europäischen Konzerne Deutsche Post World Net (DPWN), Kühne+Nagel, Deutsche Bahn/Schenker und Panalpina erreichen im weltweiten Luftfrachtgeschäft zusammen einen Marktanteil von knapp 25%. In der Seefracht sind es 23%. Der Luftfrachtmarkt wies im vergangenen Jahr nach IATA-Angaben ein Wachstum von rund 4% auf, und die Seefracht wuchs weltweit um rund 10%.

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Plus in allen Sektoren

Sowohl Kühne + Nagel wie auch Panalpina weisen in allen Kernaktivitäten und Regionen erfreuliche Wachstumsraten aus. Sorgen bereitet Kühne+Nagel derzeit noch der europäische Landverkehr, dessen Umsatzvolumen um 19% auf 3201 Mio Fr. anstieg; das Betriebsergebnis (Ebit) jedoch war mit –54,7 Mio Fr. negativ. In diesem Bereich will K+N in den kommenden Jahren weiter deutlich wachsen und peilt ein Umsatzvolumen von 5 Mrd Fr. an. In der Kontraktlogistik steigerte K+N den Umsatz um 18% auf 4723 Mio Fr. Das Betriebsergebnis von 110,5 Mio Fr.beträgt aber lediglich 2,1%. Auch hier sieht man noch Optimierungsbedarf (siehe auch Seite 73).

Die Panalpina Welttransport AG anderseits litt vergangenes Jahr unter den Vorgängen in Nigeria sowie anderen westafrikanischen Ländern. Wie bereits früher bekannt gegeben wurde, sind Teile des Dienstleistungsangebots in Nigeria 2007 eingestellt worden. Dennoch wird Panalpina ihre Kunden, die in Nigeria tätig sind, weiter unterstützen und wird insbesondere ihre Wachstumsstrategie im Bereich Öl und Gas, wo die Gruppe Weltmarktführer ist, nach wie vor verfolgen.

Panalpina will in den kommenden Jahren die Organisation weltweit weiter optimieren, dazu wurde eine langfristig konzipierte Business-Development-Initiative gestartet. Zudem soll ein bereits eingeleitetes Kostenoptimierungsprogramm noch im laufenden Geschäftsjahr substanzielle Resultate liefern.

Dieses Programm ist Bestandteil einer langfristigen Initiative, welche laut CEO Monika Ribar als «massgebend für Panalpinas zukünftige Entwicklung» bezeichnet werden kann. «Es handelt sich dabei um eine Business-Development-Initiative von hoher Priorität zur Wertsteigerung und Sicherstellung des fortgesetzten nachhaltigen Wachstums durch Verschlankung der Organisation, weitere Prozess-Standardisierung und -optimierung auf globaler Basis und eine aggressivere Nutzung von organischen und externen Wachstumspotenzialen», so Ribar.

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