Der schweizerisch-amerikanische Computerzubehörhersteller Logitech baut weltweit 450 Arbeitsplätze ab. Damit wird im Rahmen des bereits im April angekündigten Umbaus des Konzerns mehr als jede achte Stelle ausserhalb der Produktion gestrichen.

In der Schweiz streicht Logitech in Morges VD und in Ecublens VD 45 Stellen, wie das Unternehmen bereits Ende Mai bekannt gab. Damals wurde das in der Schweiz bei Entlassungen obligatorische Konsultationsverfahren eingeleitet. Insgesamt beschäftigt Logitech an den beiden Standorten derzeit rund 280 Mitarbeiter.

Ziel des weltweiten Stellenabbaus und der Konzernrestrukturierung sind Kosteneinsparungen von jährlich 80 Millionen Dollar. Die Streichung der 450 Arbeitsplätzen trägt dabei geschätzte 60 Prozent zu den Einsparungen bei, wie Logitech nun mitteilte.

Wirksam sollen die Einsparungen ab dem zweiten Semester des laufenden Geschäftsjahrs 2012/13 werden. Ihren vollen Effekt werden sie gemäss Logitech-Mitteilung im Geschäftsjahr 2013/14 entfalten

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Der Stellenabbau kostet den an der Schweizer Börse kotierten Computerzubehörhersteller einmalig 35 Millionen Dollar, wie es in der Mitteilung weiter hiess. Diese Kosten sollen im laufenden Geschäftsquartal verbucht werden.

Solide, aber nicht sexy

Der Stellenabbau und das Sparprogramm sollen die Organisation von Logitech verschlanken. Ausserdem will der Hersteller von Tastaturen, Mäusen, Joysticks und Kopfhörern seine Produktepalette auf wachstumsträchtige und rentable Produkte beschränken und so wieder an seiner früheren Erfolgsgeschichte anschliessen.

Logitech tut sich schwer mit den gestiegenen Ansprüchen der Konsumenten und dem Wandel in der Computerindustrie. Im vergangenen Geschäftsjahr - einem der schlechtesten seiner Geschichte - erlitt der Konzern einen Gewinneinbruch um die Hälfte auf 72 Millionen Dollar. Der Umsatz schrumpfte indessen nur leicht um zwei Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Schon im vorhergehenden Jahr hatte Logitech enttäuscht.

Logitech baue zwar solide Produkte, die aber zu wenig sexy seien, analysierte der Konzern an seiner Bilanzmedienkonferenz im April die Misere.

Universal-Fernbedienungen verkaufen sich schlechter

Zudem setzte der Wandel in der Computerindustrie den Verkäufen zu. Der Absatz von Webcams tauchte, weil heute viele Computer mit immer besseren Webkameras auf den Markt kommen. Für die meisten Leute reichen die eingebauten Webkameras aus.

Auch die Verkäufe der Universal-Fernbedienungen «Harmony» sackten ab, weil Logitech zu wenige Innovationen brachte. Heute lassen sich viele Geräte mit Apps vom iPhone oder iPad aus fernsteuern. Zudem litt Logitech unter der Flaute von Google-TV, für dessen Empfangsgeräte der Konzern die Preise massiv senken musste.

(tno/muv/sda)