24 von 26 Kantonen hatten letztes Jahr beschlossen, den Neuen Lohnausweis (NLA) allgemein einzuführen. Zürich und Aargau akzeptieren für die Steuerperiode 2007 auch noch den alten Lohnausweis. Nach dem Kanton Solothurn hat nun Luzern als letzter Kanton der definitiven Einführung des Neuen Lohnausweises zugestimmt. Obligatorisch werden soll er wie in Solothurn für die Steuerperiode 2008.

Festhalten war zu kompliziert

Der Widerstand gegen den neuen Ausweis scheiterte an den administrativen Komplikationen und den 19 000 Luzerner Pendlern, die in Kantonen arbeiten, die bereits auf den NLA umgestellt hatten. Die Luzerner Steuerverwaltung betont, dass sie sich in der Übergangsphase kulant zeigen wolle. Es sollen keine Nachsteuer- oder Strafverfahren durchgeführt werden, wenn es sich um Bagatellfälle oder um Gehaltsnebenleistungen handelt. Weiter dürften Ermessensfragen nicht rückwirkend im Sinne der neuen Regelungen entschieden werden.
Nach dem langen Kampf für den Neuen Lohnausweis zeigt sich der Präsident der Schweizerischen Steuerkonferenz, Erwin Widmer, zufrieden. «Ich bin froh, dass wir jetzt für alle Kantone eine einheitliche Lösung haben.» Bis Ende Jahr wolle er auch eine gesamtschweizerische Lösung für die Spesenzahlungen von Freiwilligenorganisationen vorlegen.
Da alle Einkünfte, auch noch so kleine vergütete Spesen, auf den Neuen Lohnausweis gehörten, müssten Organisationen, die Freiwillige beschäftigen, erstmals Lohnausweise ausstellen. Die «Handelszeitung» berichtete, dass die Organisationen wie das Schweizerische Rote Kreuz und die Dachorganisation für Freiwilligenarbeit Benevol gegen den Neuen Lohnausweis Sturm liefen, weil er für das Milizsystem einen immensen administrativen Mehraufwand bedeutet hätte (siehe auch «Handelszeitung» Nr. 25 vom 20. Juni 2007). Erst in den letzten Monaten wurden die meisten Kantone auf den Missstand aufmerksam. In den Kantonen Zürich, St. Gallen, den beiden Appenzell und im Thurgau haben sich die Freiwilligenorganisationen mit den Steuerbehörden auf ein Spesenreglement geeinigt. Die Vereine dürfen für Beträge bis 500 respektive 1000 Fr. auf einen Lohnausweis verzichten.
Die Kritiker des NLA warten den Evaluationsbericht des Bundes Ende 2008 ab. Der Schweizerische Gewerbeverband (SGV) befürchtet nach wie vor, dass die Umstellung die Betriebe finanziell zu stark belasten und dass das Steuersub-strat erhöht würde.
Bald aufs Tapet kommen wird der NLA im Parlament. Der Ini-tiant der NLA-Standesinitiative, Martin Arnold vom Gewerbeverband Zürich, fordert, dass die Wirtschaftskommission des Nationalrats seine Initiative sowie weitere Vorstösse endlich behandelt. Alle Vorstösse waren 2005 sistiert worden, bis die Pilotversuche zum NLA abgeschlossen waren. Die Standesinitiative fordert im Gesetz über die direkte Bundessteuer einen Artikel, wonach die Arbeitgeber beim Erstellen des NLA nicht übermässig belastet werden. Zudem sollten geringe Gehaltsnebenleistungen steuerbefreit sein.