Lombard Odier, die älteste Privatbank Genfs, will ihr Private-Banking-Geschäft in Japan ausbauen. Geplant ist die Verstärkung um zehn Mitarbeiter im Wealth Management. Die Bank will sowohl die Kundenbasis als auch die verwalteten Vermögen innert zwei Jahren verdoppeln.

Das Genfer Institut verwaltet derzeit weltweit Kundenvermögen im Umfang von 209 Milliarden Franken. In Asien seien es 8 Milliarden Dollar, sagte Keiichi Hirano, der das Japan-Geschäft der Schweizer Bank leitet, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

40 Mitarbeiter

Hirano lehnte es ab, Einzelheiten zu den bis 2017 angestrebten Wachstumsplänen mitzuteilen. Er äusserte sich einzig zu den Personalplänen: Geplant sei die Einstellung von Fachkräften im Private Banking, von Vertriebsleuten und Fondsmanagern. Man werde in Japan im Zuge der Neueinstellungen auf 40 Personen wachsen.

Lombard Odier hat in Japan Allianzen mit sieben Finanzunternehmen, darunter die Bank of the Ryukyus Ltd., Kagawa Securities Co., Chiba Bank Ltd. und Shizuoka Bank Ltd. Bis 2017 seien weitere sieben Bündnisse geplant, sagte Hirano weiter.

Hoher Bargeldbestand

Die anvisierte Zielgruppe in Japan seien Inhaber von Unternehmen, Manager sowie Familienunternehmen, so Hirano. Auch junge, vermögende Privatpersonen mit einem Mindestanlagevolumen von 300 Millionen Yen (2,4 Millionen Franken) kämen als Zielgruppe in Betracht.

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«Japans Privatanleger sind immer mehr darauf aus, ihre Assets selber zu verwalten», sagte Hirano im Interview. «Sie sind besorgt bezüglich der Zukunft Japans. Das Land ist mit Defiziten konfrontiert, einer rückläufigen Geburtenrate und einer alternden Bevölkerung.»

Interessanter Markt

Japan weist weltweit die zweithöchste Zahl an Millionären aus, wie aus einem 2015 veröffentlichten Bericht von Capgemini und RBC Wealth Management hervorgeht. Lediglich in den USA leben mehr Millionäre. Der im Juni durchgeführten Umfrage zufolge stieg die Zahl der Privatpersonen, die über mehr als eine Million Dollar Anlagekapital verfügen, im Vorjahr um 5 Prozent auf 2,45 Millionen.

Aber nicht nur die Millionärsdichte macht den Markt interessant: Die Japaner horten viel Bargeld, das angelegt werden könnte. Japans Haushalte verfügten Ende Juni über Finanzvermögen im Umfang von 1717 Billionen Yen (13,8 Billionen Franken). Davon hielten sie rund 52 Prozent in Barmitteln.

Viel Konkurrenz

Die Konkurrenz im Markt ist aber gross: Ausländische Banken stehen bei der Vermögensverwaltung im Wettbewerb mit einheimischen Anbietern. Vor dem Hintergrund niedriger Zinsen, die ihre Erträge im Kreditgeschäft schmälern, wollen sie höhere Gebühren generieren.

Zu den führenden Vermögensverwaltern zählen die beiden Schweizer Schwergewichte Credit Suisse und UBS, aber auch die japanische Mitsubishi Financial Group, Sumitomo Mitsui Trust Holdings und Sumitomo Mitsui Financial Group. Die 1796 gegründete Bank Lombard Odier baute das erste Japan-Büro 1992 auf. Hirano stiess 2013 zur Genfer Bank, nach Stationen bei Yamaichi Securities und Société Générale.

(bloomberg/ise/ama)