Handelszeitung
1006582 (900348) Kassenschalter einer Bank in Schweden, Kunden stehen Schlange fuer die Einloesung von Schecks.  Stichworte: Menschen / maennlich / weiblich / Schweden / 70er Jahre ? / Wirtschaft / Banken / Bankschalter / Menge / Menschenmenge / Menschenschlange / Lohntuete / Lohnscheck. (KEYSTONE/SCANPIX/Str)

Smartphone-Banking im Praxistest

Von Michael Heim
am 21.01.2019
Quelle: Scanpix Sverige / Keystone

Ein Bankkonto nur mit Karte und Handy? Was das Fintech Revolut vormacht, kopieren nun Schweizer Banken. Doch können sie im Vergleich bestehen?

Kachel-Ansatz: Die Zak-App der Bank Cler
Quelle: HZ/hec

Test 3: Zak – der Online-Kanal

cler.ch

Lohnkonto, Maestro, Mastercard

Start: Herbst 2017
Nutzer in der Schweiz: unbekannt
Partnerbanken: Bank Cler / Basler Kantonalbank
Preis: kostenlose Kontoführung
Dauer Kontoeröffnung: 15 Minuten
Konto aktiv nach: zwei Tagen

 

So lief die Kontoeröffnung ab

Das Konto wird über die App eröffnet. Nebst persönlichen Angaben wird eine Bezeugung der Steuerehrlichkeit verlangt. Nach ein paar Minuten baut das Handy einen Video-Chat in ein Call-Center auf, wo ich formell identifiziert werde. Das -Gespräch dauert fünf Minuten, nach rund 15 Minuten ist das Konto eröffnet.

Die Bank Cler scheint sich nicht sicher, wie sie mich ansprechen will. In der App werde ich geduzt. Die Frau im Chat jedoch sieht meine ergrauten Schläfen und siezt mich. Am übernächsten Morgen erhalte ich eine Mail mit der Begrüssung. Das Konto ist aktiviert. Es werden eine Zahl- und eine Kreditkarte ausgestellt, die ich zwei Tage später erhalte.

Das ist gut

Die Kontoeröffnung geht schnell und unkompliziert. Erfreulich ist auch, dass der Kunde sowohl eine Maestro-Karte als auch eine Mastercard erhält und dass das Konto dennoch spesenfrei geführt wird. Dass einem die Bank im Gegenzug Produkte von Drittanbietern verkaufen will (Kooperation mit Coop), kann man praktisch oder nervig finden. Ich brauche das nicht. Aber die Bank refinanziert so einen Teil der Kosten.

Das muss sich bessern

Mühsam ist die Papierflut. Nach der Eröffnung erhalte ich sechs Briefe mit Unterlagen und Karten. Revolut zeigt, dass das auch schlanker geht.

Zak arbeitet mit einem Konto, stellt dieses aber in verschiedenen «Töpfen» dar. Das ist originell, die Umsetzung aber nicht ganz intuitiv. Ein «Topf» ist plötzlich im Plus, der andere im Minus – was heisst das? Und wieso steht bei «Kreditkarte» ein positiver Betrag? Hier muss nachgebessert werden.

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Bei Buchungen im Ausland fehlen Angaben zu den Wechselkursen. Und warum soll ich bei der Kartengesellschaft Viseca eine App für die Mastercard einrichten? Als Kunde wünsche ich alles am gleichen Ort. (hec)