Der Chef des Pharmazulieferer Lonza konsolidiert im Zuge des laufenden Konzernumbaus die mikrobielle Fertigung an seinem Walliser Standort in Visp. Dies hat zu Restrukturierungskosten in Höhe von 45 Millionen Franken beim Werk in Tschechien geführt. Konzernchef Richard Ridinger will weitere Belastungen nicht a priori ausschliessen.

«Wir evaluieren unsere Präsenz ständig», sagte der Konzernchef gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. «Das war nur eine Massnahme und wir haben noch einiges in Arbeit», so Ridinger.

«An Effizienz des Werks arbeiten»

Auch weitere Massnahmen in Visp seien nicht ausgeschlossen. Dort kommt es durch Einstellungsstopps in gewissen Bereichen und natürliche Fluktuationen zu einem Personalabbau von 90 Mitarbeitern. «Wir müssen immer an der Effizienz des Werks arbeiten.»

Lonza hat im ersten Semester 2015 die Nettoverschuldung weiter reduziert. Dies ermögliche es, auch akquisitorisch tätig zu sein, sagte der Konzernchef. Wegen der hohen Verschuldung war dies in der Vergangenheit kein Thema.

Aktie im Aufwind

«Wir schauen uns aktiv verschiedene Ziele an», so Ridinger. Wo und in welcher Grössenordnung Zukäufe stattfinden sollen, darüber schwieg er sich jedoch aus. Klar sei aber, dass es sich im kleinen bis mittleren Bereich abspielen werde. Grössere und «transformierende» Akquisition stünden nicht zur Debatte.

An der Börse kommen die Massnahmen des Konzernchefs an. Die Aktien ziehen bis 11.30 Uhr um über zwei Prozent an. In Analystenkreisen wird die Geschäftsentwicklung der ersten Jahreshälfte dennoch als solide beurteilt und der Ausblick als positiv.

(awp/ise/me)

 

Anzeige