Der Lifesciencekonzern Lonza hat im ersten Halbjahr 2011 weniger umgesetzt und weniger verdient. Der Umsatz sank um 8,3 Prozent auf 1,19 Milliarden Franken, in Lokalwährungen legte er allerdings um 4,8 Prozent zu.

Der Ebit ging um gut 21 Prozent auf 137 Millionen Franken zurück, entsprechend einer Ebit-Marge von 11,4 Prozent (Vorjahr: 13,3 Prozent).

Unter dem Strich weist Lonza einen 28 Prozent tieferen Reingewinn von 97 Millionen Franken aus, wie der Lifescience-Konzern mitteilte.

Damit hat Lonza (Aktienkurs Lonza) die Prognosen der Analysten beim Umsatz leicht verfehlt, beim Ebit genau getroffen und beim Reingewinn leicht übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 1,22 Milliarden, für den Ebit bei 136 Millionen und für den Reingewinn bei 91 Millionen Franken.

Lonza spricht für das ersten Halbjahr 2011 von einem «soliden Geschäftsergebnis mit erhöhtem Ebit und Umsatz in konstanten Wechselkursen» gerechnet, was auf eine solide Produktpipeline und eine höhere Kapazitätsauslastung bei Custom Manufacturing und Life Science Ingredients zurückzuführen sei.

Das Ergebnis war aber geprägt vom starken negativen Währungseinfluss bei Umsatz und Ebit. So wirkten sich die Wechselkurseffekte laut Mitteilung auf Stufe Ebit mit -44 Millionen Franken aus. Entsprechend wurden - wie bekannt - an den Schweizer Standorten Gegenmassnahmen zur Kompensierung des starken Schweizer Frankens lanciert.

Übernahme soll Portfolio ausbalancieren

Der Anstieg der Rohmaterialpreise habe sich fortgesetzt und die Unvorhersehbarkeit der Zulassungen durch die Regulierungsbehörden sei bestehen geblieben, heisst es weiter.

Bezüglich Ausblick gibt sich Lonza verhalten optimistisch. Die Gruppe bleibe auf Kurs, um im nächsten Jahr weiteres Wachstum zu generieren, heisst es.

Neue Vertragsunterzeichnungen und ein intakter Outsourcing-Trend würden die Life-Science-Strategie untermauern. Man werde weiterhin neue Geschäfte generieren, was die Profitabilität der Anlagen verbessern und den Cash-Flow stärken werde. Mit dem Übernahmeangebot für Arch habe Lonza einen strategischen Schritt zur Erweiterung des Microbial-Control-Geschäfts vorgenommen, womit das Gesamtgeschäft gestärkt und das Portfolio ausbalanciert werde. «Wir sind zuversichtlich, dass wir das traditionelle Lonza-Geschäft in konstanten Wechselkursen gerechnet vergrössern werden», heisst es.

Strategieausrichtung auf Life Science

Weiter hat sich der Konzern zur Strategie geäussert. Die überarbeitete Fünfjahres-Strategie werde den Fokus weiter stark auf Life Sciences ausrichten mit Angeboten in komplexen, regulierten Produkten und Dienstleistungen, die mit dem menschlichen Körper in Kontakt treten. Lonza werde weiter Richtung Ernährungs- und Microbial-Control-Geschäft gehen, um die Volatilität im Bereich des Custom-Manufacturing-Geschäfts auszugleichen.

Die nähere Kundenausrichtung werde es der Gruppe erlauben, «mehr aus der Wertschöpfungskette herauszuholen» und den Einfluss der Rohmaterialpreise abzuschwächen, indem der Fokus von den Wirkstoffen in Richtung Formulierungen und Vertrieb verschoben werde.

Als Teil dieser Strategie seien «vermehrte Partnerschaften und Allianzen mit führenden Industriebetrieben im Bereich Innovation wahrscheinlich», heisst es. In finanzieller Hinsicht sollte die Strategie zu einer verringerten Abhängigkeit von investitionsgetriebenem Wachstum, zu grösserem Return on Operating Assets und einer stärkerer Cash-Flow-Generierung führen, so Lonza weiter.

(rcv/tno/awp)

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