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Lonza streicht 500 Stellen

Bei Lonza laufen die Konsultationen mit den Sozialpartnern. (Bild: Keystone)

Jobabbau bei Lonza: Der Pharmazulieferer streicht 500 Stellen - 400 davon in seinem Werk in Visp.

Veröffentlicht am 31.10.2012

Der Lifesciencekonzern Lonza baut an seinem grössten Standort Visp in den nächsten zwei Jahren 400 Arbeitsplätze ab. Weitere 100 Stellen fallen weltweit in den Corporate Functions weg, wie Lonza mitteilte. Der Abbau soll demnach möglichst schonend über die Bühne gehen.

Der Standort Visp sei zwar gut ausgelastet, die Profitabilität sei aber in den letzten Jahren unbefriedigend gewesen, hiess es weiter. Der Standort stehe nicht nur unter starkem Wettbewerbsdruck durch kostengünstige Konkurrenz. Er sei auch dem permanent hohen Frankenkurs ausgesetzt sowie höheren Energiekosten. Hinzu komme ein schlechtes Produktportfolio und der an sich komplizierte Standort.

Mit dem Kostensenkungsprogramm «Visp Challenge» will Lonza diese Probleme nun in den Griff kriegen. Mit dem Abbau jeder siebten der gut 2800 Stellen in Visp will Lonza die Produktivität des Werks bis 2015 um 100 Millionen Franken verbessern.

50 bis 100 interne Versetzungen möglich

Der Stellenabbau im Wallis soll sich über zwei Jahre hinziehen. Mitarbeitende des Standortes erhalten die Möglichkeit, intern neue Stellen zu finden. Ebenso würden die natürliche Fluktuation, Frühpensionierungen und der Abbau temporärer Arbeitskräfte helfen, die Zahl der Kündigungen zu dämpfen. Konzernchef Richard Ridinger denkt, dass vielleicht 50 bis 100 Mitarbeiter intern versetzt werden können, wie er an einer Telefonkonferenz erläuterte.

In Anschluss an dieses Programm zur Produktivitätsverbesserung in Visp wird Lonza ihre weltweite Produktionspräsenz überprüfen und ähnliche Verbesserungsprogramme an anderen Standorten weltweit einführen. Über das Ausmass der erwarteten Konsequenzen aus diesem neuen Programm wollte Ridinger zu diesem Zeitpunkt noch nicht spekulieren.

Im Sommer 2012 hat Lonza ausserdem eine Überprüfung der Corporate-Functions-Struktur gestartet. Dieses Programm werde zu einem Stellenabbau von weiteren 100 Positionen weltweit über 24 Monate führen, hiess es.

Mittelfristziele bestätigt

Lonza sieht sich nach neun Monaten 2012 auf Kurs. Das Geschäftsergebnis entspreche insgesamt trotz schwierigen makroökonomischen Herausforderungen den Erwartungen, teilte Lonza weiter mit. Das Ergebnis sei im dritten Quartal «solide» ausgefallen und die Kosteneinsparungsprogramme seien auf Kurs.

Die Integration der amerikanischen Arch Chemicals schreitet nach Angaben von Lonza derweil planmässig voran, 90 Prozent der Synergiemassnahmen seien implementiert. Das Geschäft dürfte bis Ende des zweiten Jahres Synergien in Höhe von 50 Millionen US-Dollar und bis zum dritten Jahr zusätzliche Umsätze in Höhe von 40 Millionen erreichen. Die Integrationskosten würden etwas unter 80 Millionen Franken ausfallen.

Lonza will im Geschäftsjahr 2012 den Betriebsgewinn Ebit gegenüber dem Vorjahr um 10 bis 15 Prozent steigern, bestätigt das Unternehmen die Guidance. Ridinger bestätigte ferner die die Mittelfristziele: Die Ebitda-Marge soll bis zum Geschäftsjahr 2015 auf 20 Prozent steigen; bis dahin rechnet Lonza mit einem jährlichen mittleren einstelligen Umsatzwachstum in Lokalwährungen.

(tno/aho/sda/awp)

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