Der Lifesciencekonzern Lonza ist im ersten Halbjahr 2012 akquisitionsbedingt stark gewachsen, der Gewinn konnte mit der Entwicklung jedoch nicht Schritt halten. Der Umsatz sprang um 65 Prozent auf 1,96 Milliarden Franken. Der Ebit stieg dagegen lediglich um 24 Prozent auf 168 Millionen Franken, während der Reingewinn gar um 3,1 Prozent auf 94 Millionen sank.

Analysten-Erwartungen übertroffen

Wie der Lifesciencekonzern mitteilte, erfuhr das Unternehmen eine grundlegend gute Nachfrage in allen Märkten. Gleichwohl stünden die Margen bei Niacin sowie im Chemical Custom Manufacturing weiterhin unter Druck.

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Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Lonza die Schätzungen der Analysten übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 1,89 Milliarden, für den Ebit bei 154 Millionen und für den Reingewinn bei 82 Millionen Franken.

Die Gesamtstrategie von Lonza habe weiterhin absolute Gültigkeit, betonte der seit 85 Tagen amtierende neue CEO Richard Ridinger. Er habe aber ein paar wichtige Chancen identifiziert, die dem Unternehmen dazu verhelfen würden, auf einen profitablen Wachstumsweg zurückzukehren.

Zu den wichtigen Chancen gehörten eine stärkere Konzentration auf die Zielmärkte, eine kurzfristige Kostensenkung durch «VispChallenge» und die Integration von Arch sowie langfristige betriebliche Verbesserungen. Weitere Chancen beinhalteten eine starke Konzentration auf das Cash- sowie das Portfolio-Management. Im Zuge des neuen Grundsatzes «Focus and Deliver» verpflichte sich Lonza zu einer schrittweisen Steigerung des Wachstums, der Ebitda-Marge und der Kapitalrendite, hiess es weiter.

Weiterhin von grosser Priorität für das Jahr 2012 ist ein starker Fokus auf die Bilanz-Struktur und die Schuldenreduktion. Die Nettoverschuldung der Basler belief sich zur Jahresmitte auf 2,53 Milliarden Franken, entsprechend einem Verschuldungsgrad von 108 Prozent. Der operative freie Cash Flow belief sich in der Berichtsperiode auf 289 Millionen Franken nach 66 Millionen im Vorjahr.

Lonza will im laufenden Geschäftsjahr 2012 den Betriebsgewinn Ebit gegenüber dem Vorjahr um 10 bis 15 Prozent steigern.

Aktien legen zu

Lonza hat mit seinem Halbjahresabschluss die Investoren überzeugt. Die Aktien des Pharmaunternehmens gewannen am Mittwochvormittag bis gegen 10.30 Uhr 6,3 Prozent an Wert. Der Gesamtmarkt, gemessen am Swiss Performance Index (SPI), stand gleichzeitig 0,2 Prozent im Plus.

Die ausgewiesenen Zahlen von Lonza liegen auf allen Ebenen über den durchschnittlichen Schätzungen, wobei insbesondere die Profitabilität positiv überraschte. Als Treiber identifizieren die Analysten insbesondere das übernommene Geschäft von Arch Chemicals, welches besser als erwartet abgeschnitten hat.

Weniger gut aufgenommen wird dagegen die Entwicklung im Bereich Custom Manufacturing. Die schwache Marge der Sparte überrasche, schreibt dazu Vontobel.

(chb/aho/awp)