Der Weltluftfahrtverband IATA blickt optimistischer aufs Geschäftsjahr 2011 als noch im Juni. Statt 4 Milliarden Dollar erwartet der Branchenverband nun 6,9 Milliarden Dollar Gewinn bei den Fluggesellschaften und dies bei Umsätzen von 594 Milliarden Dollar.

Damit würden die Gewinne etwas höher ausfallen als im vergangenen Jahr. «Die Fluggesellschaften nehmen ein bisschen mehr Geld ein, als wir erwartet hatten», erklärte IATA-Geschäftsführer Tony Tyler in einem Communiqué. Es sei ein Erfolg, in den schwarzen Zahlen zu bleiben, angesichts der höheren Treibstoffpreise und der wirtschaftlichen Unsicherheiten.

Die Zahl der Passagiere dürfte um 5,9 Prozent wachsen. Bis Ende Juli habe sie um 6 Prozent zugelegt, hiess es weiter. Düsterer sieht es bei der Fracht aus. Hier stutzte die IATA die Wachstumsprognose von 5,5 auf nur noch 1,4 Prozent fürs Gesamtjahr zurück. Es sei unwahrscheinlich, dass die Luftfracht vor 2012 ein Revival erlebe.

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Weiterhin müsse man die Verbesserung für 2011 relativieren. «Die Gewinnmarge der Branche ist mit 1,2 Prozent immer noch schwach und das Umfeld schwierig», erklärte Tyler. Das Jahr 2012 werde noch schwieriger.

Luftfahrt fragil

2012 dürften die Airlines lediglich noch 4,9 Milliarden Dollar Gewinn erzielen - bei Umsätzen von 632 Milliarden Dollar. Das wäre eine Marge von 0,8 Prozent, teilte die IATA mit. Der Gewinnrückgang sei auf die Konjunkturabschwächung zurückzuführen. Die Passagierzahl dürfte 2012 um 4,6 Prozent zulegen und die Fracht um 4,2 Prozent.

Für das nächste Jahr geht die IATA von einem Wachstum der Weltwirtschaft von 2,4 Prozent aus. Immer wenn das Wachstum unter 2 Prozent gefallen sei, habe die Luftfahrt Geld verloren. «Die Instustrie ist zerbrechlich» erklärte Tyler: «Jeder Schock hat das Potenzial, uns in die roten Zahlen zu drücken.»

Der Flugzeugbauer Airbus hatte sich am Montag noch sehr optimistisch gezeigt, was das langfristige Wachstum in der Branche angeht: Der internationale Luftverkehr wird nach den Berechnungen von Airbus in den kommenden 20 Jahren stark wachsen und fast 28'000 neue Passagiermaschinen brauchen.

(laf/tno/sda)