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Lufthansa auf Sparkurs - auch Swiss unter Druck

Lufthansa-Chef Christoph Franz tritt heftig auf die Sparbremse. (Bild: Keystone)

Bis 2015 will Lufthansa-Chef Christoph Franz die Kosten um 1,5 Milliarden Euro senken. In einem Brief an die Mitarbeiter wird nun klar, wie dies funktionieren soll. Auch die Swiss muss den Gürtel enge

Veröffentlicht am 21.04.2012

Die Eckdaten sind schon länger bekannt: Lufthansa-Chef Christoph Franz will mit seinem «Zukunftsprogramm» bis 2015 die Kosten um 1,5 Milliarden Euro senken. Dies hatte der Österreicher bereits im Februar kommuniziert - nun sickerte gemäss Bericht in der «Financial Times Deutschland» (FTD) in einem Brief an die Mitarbeiter durch, welche Massnahmen dazu nötig sind.

So soll - anders als ursprünglich geplant - die Flotte des Swiss-Mutterkonzerns bis 2014 nicht wachsen. Im Gegenteil: Defizitäre Strecken sollen gestrichen werden, bereits bestellte sparsamere Flieger sollen den grössten Kostenblock, den Kerosinverbrauch, senken und auf Direktverbindungen soll noch enger mit dem ebenfalls zum Lufthansa-Konzern gehörenden Billigflieger Germanwings zusammengarbeitet werden. «Dazu soll auch die Flotte vereinheitlicht werden», so der Bericht weiter.

Neue Passagierklassen im Visier

Auch Passagiere müssen sich umgewöhnen: Auf etlichen Langstrecken soll die «First Class» abgeschafft werden, dafür soll ein «Premium Economy Class» eingeführt werden. Auch Flughäfen und die Flugsicherung sollen sich am Sparpaket beteiligen: Ihnen soll laut «FTD» fünft Prozent weniger bezahlt werden als bisher.

2011 hatte Lufthansa einen Reinverlust von 13 Millionen Euro hinnehmen müssen - nicht zuletzt wegen der Sorgenkinder Austrian Airlines und British Midland. Letztere ist mittlerweile verkauft. Die Kernmarke soll zum Sparpaket von 1,5 Millionen deren 900 Millionen Euro beitragen. Mit anderen Worten: Auch die Tochtergesellschaften, darunter Swiss, müssen den Gürtel angesichts des verschärften Wettbewerbs enger schnallen.

Swiss mit Einstellungsstopp

Am geplanten Flottenausbau und -ersatz will die Swiss dennoch festhalten. Swiss-Sprecherin Susanne Mühlemann sagte auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda, dass auch die Swiss Ertragssteigerungsmassnahmen erarbeite. Sie hätten aber nicht dasselbe Ausmass wie die geplanten Massnahmen bei der Lufthansa-Passage.

Swiss-CEO Harry Hohmeister hatte im März in der «NZZ am Sonntag» angekündigt, 100 Millionen Franken einsparen zu wollen. Auf der Kostenseite sollte dieser Betrag bis 2015 mit einem Einstellungsstopp in der Administration und Strukturüberprüfungen erreicht werden und auf der Einnahmeseite mit Effizienzsteigerungen bei der Flotte.

Um die hohen Kerosinpreise zu kompensieren, zieht Hohmeister Aufschläge von 15 bis 20 Franken auf Ticketpreisen für Europaflüge in Betracht.

(vst/sda)

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