Die Lufthansa schüttet trotz rückläufiger Gewinne wieder eine Dividende an die Aktionäre aus. Für 2013 sei eine Gewinnbeteiligung von 45 Cent je Aktie vorgesehen, teilte der Frankfurter Konzern am Donnerstag mit. Damit ist die Ausschüttung fast dreimal so hoch wie Analysten erwartet hatten. Im Vorjahr war sie wegen der schlechten Geschäftslage gestrichen worden, nachdem für 2011 pro Titel noch 25 Cent gezahlt worden waren.

Die gute Entwicklung im Kerngeschäft sei Grund gewesen, wieder eine Dividende zu zahlen, sagte der scheidende Konzernchef Christoph Franz. Damit meint er das Fluggeschäft mit den Airlines Lufthansa und Germanwings, denen 2013 die Trendwende gelang. Die beiden Fluglinien fuhren zusammen 265 Millionen Euro operativen Gewinn ein, nach mageren 15 Millionen im Jahr davor.

Ausgaben der Sanierung drücken auf Bilanz

Allerdings drückten Ausgaben für die vor zwei Jahren eingeläutete Sanierung auf die Konzernbilanz. Der operative Gewinn sank voriges Jahr um 17 Prozent auf 697 Millionen Euro. Hier belasteten vor allem Umbaukosten von 245 Millionen Euro sowie Ausgaben für neue Projekte wie die Runderneuerung der Business Class, die insgesamt nochmals mit 100 Millionen Euro zu Buche schlugen. Unter dem Strich ging der Überschuss um 75 Prozent auf 313 Millionen Euro zurück. Allerdings hatte die Lufthansa 2012 hohe Erlöse aus dem Verkauf von Unternehmensteilen verbuchen können. Die Lufthansa schlug sich insgesamt allerdings besser als Experten erwartet hatten: Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Ebit von 675 Millionen Euro und einem Überschuss von 245 Millionen Euro gerechnet.

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Der 118'000 Mitarbeiter starke Konzern steckt derzeit im größten Umbau seiner Geschichte. Ziel ist weiterhin, das operative Ergebnis 2015 im Vergleich zu 2011 um 1,5 Milliarden Euro zu steigern. Für das laufende Jahr erwartet der Konzern 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro.

(reuters/gku/me)