Die Deutsche Lufthansa fährt nach Aussagen von Konzernchef Christoph Franz derzeit auch ohne enge Partnerschaft mit einem der grossen arabischen Rivalen wie Emirates gut. «Wir haben die Frage schon einige Male geprüft», sagte Franz.

Verschiedene Modelle der Zusammenarbeit wie etwa Joint-Ventures mit den einzelnen Golf-Airlines seien geprüft und verworfen worden, da die Vorteile für die Lufthansa nicht gross genug gewesen wären. «In unserer Branche sagen wir aber niemals nie», sagte der 53-jährige Top-Manager.

Falls sich die Rahmenbedingungen änderten, könnte es Zeit für neue Lösungen sein. Derzeit sei es aber noch so, dass die Lufthansa auf sich allein gestellt erfolgreicher sei, sagte er.

Expansionspläne umstritten

Die Expansionspläne der Fluggesellschaften vom Persischen Golf - neben Emirates zählen dazu Etihad und Qatar Airways - sind umstritten. Manager anderer Airlines werfen den Rivalen unfaires Verhalten vor.

Die schnelle Ausweitung der Flugverbindungen von Dubai, Abu Dhabi und Doha nach Europa gehe komplett am Bedarf vorbei und werde erst dadurch möglich, dass die Airlines teilweise oder komplett von den Herrscherfamilien vom Golf gestützt werden.

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Franz gehörte bis vor kurzem noch zu den grössten Kritikern dieses Kurses, schlug in letzter Zeit aber wesentlich versöhnlichere Töne an. Das liegt auch daran, dass die neuen Herausforderer mittlerweile etabliert sind und zunehmend nach Europa vordringen.

Experten zufolge muss auch die Lufthansa früher oder später die Verschiebung der Gewichte in der Branche akzeptiern.

(reuters/vst/rcv)