Die drei von der Regierung ernannten Sonderverwalter, die letzte Woche das Ruder der insolventen Alitalia übernommen haben, starten mit der Suche nach einem Käufer. Laut der römischen Tageszeitung «Il Messaggero» haben die Lufthansa und Ryanair auf informelle Weise Interesse für Alitalia signalisiert.

Die beiden Fluggesellschaften warteten auf den Start des Verkaufsprozedere, berichtete das Blatt. Die Lufthansa hatte in den letzten Wochen wiederholt Interesse für die Alitalia dementiert.

Interessenten könnten sich bis Ende Juli melden

Die Sonderverwalter des ehemaligen italienischen Monopolisten wollen noch bis Ende dieser Woche einen Advisor ernennen, der den Verkauf flankieren soll. Bis Ende Juli sollen unverbindliche Interessenserklärungen eingereicht werden.

Die Alitalia hat inzwischen eine erste Tranche von 220 Millionen Euro des Brückenkredits in Höhe von 600 Millionen Euro erhalten, den die Regierung der Airline gewährt hat. Damit ist die Fortsetzung des Flugbetriebs garantiert.

Eine halbe Milliarde Euro Verlust

Die drei Sonderverwalter der Airline müssen die Kosten reduzieren, damit die Airline weiterfliegen kann. Alitalia, die 2016 Verluste von 500 Millionen Euro angehäuft hatte, meldete im ersten Quartal 2017 rote Zahlen in Höhe von 200 Millionen Euro.

Am Mittwoch ist inzwischen ein Treffen zwischen den Sonderverwaltern der Alitalia und den Gewerkschaften vorgesehen. Die Belegschaft verzichtete auf einen am kommenden Freitag geplanten Streik.

12'000 Jobs stehen auf dem Spiel

Dem Unternehmen droht das Aus, nachdem sich die Beschäftigten gegen einen Rettungsplan ausgesprochen haben, der unter anderem Einschnitte bei Stellen und Gehältern vorsah. Nun stehen mehr als 12'000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

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(sda/mbü)