Die Lufthansa steckt zum Jahresstart aufgrund hoher Ausgaben für den Konzernumbau weiter tief in den roten Zahlen fest.  Operativ verbuchte die Fluggesellschaft im ersten Quartal einen Verlust von 359 Millionen Euro - genau so viel wie im Vorjahreszeitraum. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit operativen Verlust von 299 Millionen Euro gerechnet.

Zu Buche schlugen in den ersten drei Monaten des Jahres vor allem Kosten für das Sparprogramm Score von 64 Millionen Euro. Gleichzeitig konnte die Kranich-Airline Erfolge des Sanierungskurses einfahren: Im Passagiergeschäft mit den Linien Lufthansa, Austrian, Swiss und Germanwings habe der operative Verlust um 15 Prozent auf 363 Millionen Euro eingedämmt werden können. Die Sparte ist mit Abstand die wichtigste der Gruppe und erlöste im ersten Jahresviertel gut fünf Milliarden des Konzernumsatzes von 6,6 Milliarden.

Hohe Treibstoffpreise, Streiks

Zu schaffen machten der Lufthansa in diesem Zeitraum die hohen Treibstoffpreise sowie ein Warnstreik der Gewerkschaft Verdi im März. Der mit harten Bandagen ausgetragene Tarifkonflikt ist seit Mittwoch beigelegt - die 33.000 Beschäftigten erhalten je nach Sparte bis zu 4,7 Prozent mehr Geld.

Da der Wettbewerb am Himmel härter wird und neue Flugzeuge geordert wurden, hat sich die Lufthansa vor gut einem Jahr einen harten Sparkurs verordnet, dem weltweit 3500 Jobs zum Opfer fallen. Mit der Rosskur will der Dax-Konzern sein operatives Ergebnis bis 2015 auf 2,3 Milliarden Euro erhöhen. In diesem Jahr strebt der Vorstand weiterhin ein operatives Ergebnis über dem Vorjahresniveau von 524 Millionen Euro an. Airlines fahren im reiseschwachen Jahresauftaktquartal meist rote Zahlen - Geld wird erst in der Sommer-Hochsaison verdient.

(se/reuters)