1. Home
  2. Lufthansa lockt beim Stellenabbau mit Abfindungen

Unternehmen

Lufthansa lockt beim Stellenabbau mit Abfindungen

Beim Kranich sollen bis zu 3500 Stellen abgebaut werden. (Bild: Keystone)

Wer bei der Lufthansa «freiwillig» geht, soll mit Abfindungen belohnt werden. Für Schnellentschlossene soll es gar Extra-Prämien geben. Konzernchef Franz schliesst derweil die Übernahme einer andere

Veröffentlicht am 05.10.2012

Die Lufthansa lockt bei ihrem geplanten Stellenabbau mit erhöhten Abfindungen. Mit dem Betriebsrat am zentralen Standort Frankfurt hat das Unternehmen nach eigenen Angaben Vereinbarungen über drei Wege getroffen, auf denen Mitarbeiter vorzeitig ausscheiden können.

Vorgesehen sind demnach Zahlungen bei einem früheren Renteneintritt, bei der Nutzung von Altersteilzeit wie auch bei Aufhebungsverträgen, hiess es in der Mitarbeiterzeitschrift «Lufthanseat». Bei den beiden letztgenannten Möglichkeiten soll es bis zu bestimmten Fristen Extra-Prämien für Schnellentschlossene geben.

Voraussetzung für die Abfindungen aus dem neuen Programm sei die «doppelte Freiwilligkeit» sowohl des Beschäftigten als auch des Arbeitgebers. Bislang gilt die Vereinbarung nur für Frankfurt, während an den anderen Standorten noch Verhandlungen laufen.

Lufthansa hatte im Rahmen ihres Sparprogramms «Score» den Abbau von 3500 Verwaltungsstellen angekündigt, davon rund 2500 im Inland. Ob auch anderen Beschäftigten die Abfindungen angeboten werden sollen, blieb zunächst unklar.

Franz schliesst Übernahme

Lufthansa-Chef Christoph Franz wies nun ausserdem Spekulationen über die mögliche Übernahme weiterer Fluggesellschaften zurück. «Unter unserem Dach ist derzeit kein Platz für zusätzliche Partner», sagte er laut einem Bericht der Mitarbeiterzeitschrift «Lufthanseat» vor Führungskräften.

Die Fluggesellschaft hatte zuletzt grundsätzliches Interesse an der portugiesischen Fluglinie TAP bekundet, verzichtete laut Medienberichten jedoch am Ende auf eine Offerte. Auch als möglicher Käufer der skandinavischen SAS wird die Lufthansa immer wieder ins Spiel gebracht.

Seit Jahren befindet sich der deutsche Fluganbieter auf Expansionskurs. Ab 2005 ging die Swiss schrittweise in den Besitz der Lufthansa über. Später folgten unter anderem die Übernahmen von Austrian Airlines und British Midland Airways. Mittlerweile ist die Gruppe die grösste Fluggesellschaft Europas.

(tno/tke/muv/awp)

Anzeige