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Lufthansa macht im Kabinenpersonal-Streik erstmals Zugeständnisse

Die Flugzeuge der Lufthansa dürften bald wieder abheben. (Bild: Keystone)

Der Streik des Kabinenpersonals zeigt Wirkung: Die Lufthansa-Führung beendet den Einsatz von Leih-Stewardessen und kommt damit der Gewerkschaft entgegen.

Veröffentlicht am 07.09.2012

Lufthansa beendet den Einsatz von Leih-Stewardessen in Berlin und geht damit einen Schritt auf die streikende Kabinengewerkschaft Ufo zu. Das Unternehmen verzichte «einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin».

Dies kündigte Lufthansa-Chef Christoph Franz laut einer Mitteilung in Frankfurt an. Die rund 200 betroffenen Stewardessen der Zeitarbeitsfirma Aviation Power sollen im kommenden Jahr Jobangebote der Lufthansa erhalten. Franz verspricht sich von dem Schritt Fortschritte in den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die rund 18'000 Flugbegleiter der Lufthansa Passage. «Wir hoffen, dass dieser Schritt der Gewerkschaft Ufo hilft, mit uns gemeinsam in konstruktiven Gesprächen den Weg zu einer zukunfts- und wettbewerbsfähigen Vergütungsstruktur für die Mitarbeiter der Kabine zu beschreiten.»

Noch am Freitag hatten die Leiharbeiter dafür gesorgt, dass Lufthansa aus Berlin Europaflüge anbieten konnte, während die Lufthansa-Crews streikten. Passage-Vorstand Carsten Spohr dankte am Flughafen Tegel den Beschäftigten und kündigte die Job-Angebote für das kommende Jahr an. «Damit haben sie eine sichere und gute Perspektive in unserem Konzern.»

Für die kommenden Tage sind keine Streiks mehr in diesem grossen Ausmass angesetzt. Die Lufthansa musste alleine am Freitag rund 1000 der sonst üblichen 1800 Verbindungen streichen. Auch 38 Verbindungen aus der und in die Schweiz waren betroffen. Rund 100'000 Passagiere sind insgesamt von dem bislang beispiellosen Ausstand der Flugbegleiter betroffen.

(muv/sda)

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