Die Lufthansa streicht wegen des Pilotenstreiks am Dienstag jeden zweiten Langstreckenflug. Insgesamt fallen 84 Interkontinentalverbindungen von und nach Frankfurt, München und Düsseldorf aus.

Dank des Einsatzes freiwilliger Piloten sollen dagegen 90 von insgesamt etwa 170 Flügen nach Übersee planmässig stattfinden, teilte die Fluggesellschaft am Montag mit. Zudem sollen so viele Passagiere wie möglich auf andere Fluggesellschaften umgebucht werden. Die Frachtflüge sind vom Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit nicht betroffen.

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Swiss nicht tangiert

Die Lufthansa-Tochter Swiss ist vom Arbeitskampf ebenfalls nicht direkt tangiert. Durch das höhere Passagieraufkommen wird der Streik am Flughafen Zürich aber zu spüren sein. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass bei streikbedingten Ausfällen von Lufthansa-Langstreckenflügen der Flughafen Zürich tendenziell mehr Transferpassagiere habe, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

In dem Tarifkonflikt wird über das Sparkonzept «Wings» und die Altersversorgung der Piloten gestritten. Die Lufthansa will im Konkurrenzkampf mit den Wettbewerbern auf mehr Strecken Billigflüge anbieten. Das Personal von «Wings» soll nicht nach den Lufthansa-Tarifen bezahlt werden, sondern schlechter. Die Kosten für die sogenannte Übergangsversorgung will die Lufthansa künftig nicht mehr übernehmen und die Altersgrenze dafür erhöhen.

13. Pilotenstreik in anderthalb Jahren

Zuletzt hatten die Piloten im März den Lufthansa-Konzern bestreikt. Der angekündigte neue Pilotenstreik wird nun bereits der 13. binnen 18 Monaten sein. Anfang Juli, zu Beginn der Ferienzeit, war das Schlichtungsverfahren zwischen den Piloten und der Lufthansa gescheitert.

Ende Juli legte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit der Airline einen neuen Vorschlag vor. Demnach war die Gewerkschaft bereit, ein gemeinsames Bündnis für Wachstum und Beschäftigung mitzutragen. Anfang August nahmen beide Seiten den Dialog wieder auf. Dieser scheiterte jedoch erneut.

100 Millionen Euro weg

Der Streik ist für Europas grössten Luftfahrtkonzern mit seinen 120'000 Mitarbeitern besonders schmerzhaft, da die lukrativen Flüge nach Übersee betroffen sind.

Der finanzielle Schaden dürfe im einstelligen Millionen-Euro-Bereich liegen, sagte Branchenanalyst Dirk Schlamp von der DZ Bank. In diesem Jahr gingen der Lufthansa wegen der Streiks bereits 100 Millionen Euro Gewinn verloren.

(sda/ise/me)