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Lufthansa rechnet mit schwächerem Frachtgeschäft

Lufthansa: Zuerst weniger Passagiere, jetzt auch weniger Fracht. (Bild: Keystone)

Zuerst bei den Passagieren, nun auch bei der Fracht: Der Lufthansa-Finanzchef erwartet in der Frachtsparte ebenfalls mit einem Rückgang.

Veröffentlicht am 04.10.2011

Nach den Rückgängen im Passagiergeschäft erwartet die Lufthansa auch in der Frachtsparte eine schwächere Entwicklung. «Schon seit Frühjahr sind die Exporte aus China nicht mehr so stark gestiegen», sagte Lufthansa-Finanzchef Stephan Gemkow der «Börsen-Zeitung». «In nächster Zeit dürfte sich aber auch das Wachstum der deutschen Exporte etwas abschwächen.» Die gekappte Gewinnprognose für den Konzern führte der Manager wesentlich auf die Schwäche der Töchter BMI und Germanwings zurück. Als Horrorvision sieht er nun, dass neben dem geplanten Emissionshandel in Europa die deutsche Ticketsteuer bestehen bleiben könnte. «Das wäre dann der GAU für uns.»

Nach einem schwachen August-Ergebnis hatte sich die Lufthansa-Führung Ende September von ihrem Ziel verabschiedet, 2011 beim operativen Gewinn den Vorjahreswert von 876 Millionen Euro zu übertreffen. Den Absturz der Lufthansa-Aktie konnte Gemkow allerdings kaum nachvollziehen. «Viele unserer Konkurrenten kämpfen derzeit mit der Nulllinie, und wir sind stramm in der Gewinnzone», sagte er. «Leider scheint der Markt dies nicht wahrzunehmen.» Seit der Kappung des Gewinnziels hat die Lufthansa-Aktie rund 13 Prozent ihres Werts verloren.

Emissionszertifikate kosten Lufthansa 130 Millionen Euro

Bei der Einführung des Emissionshandels für den Luftverkehr in der EU im kommenden Jahr hofft Gemkow darauf, dass die Bundesregierung an ihrer harten Linie festhält. Danach müssten auch aussereuropäische Fluggesellschaften für Flüge in die EU Emissionsrechte kaufen. Diese wehren sich allerdings vehement dagegen. «Wir hoffen, dass für den Fall, dass keine Einigung mit den ausländischen Airlines erzielt werden kann, die Einführung des Handels mit Emissionszertifikaten verschoben wird», sagte Gemkow. «Eine Entscheidung müsste jedenfalls bald fallen.» Aus heutiger Sicht würden die Emissionszertifikate die Lufthansa im kommenden Jahr 130 Millionen Euro kosten.

Ihre gekappten Wachstumspläne hat die Lufthansa angesichts dieser Unsicherheiten nicht in Stein gemeisselt. «Von deutlichem Wachstum bis zur Schrumpfung ist alles darstellbar», sagte Gemkow. So soll das Flugangebot bei den Linien unter der Marke Lufthansa im Winter statt um ursprünglich zwölf Prozent nur um vier Prozent wachsen. «Wir behalten uns aber vor, diese vier Prozent bei Bedarf weiter nach unten anzupassen.» Die jüngste Flugzeugbestellung über zwölf Maschinen stehe dem nicht entgegen. «Wenn das Geschäft gut läuft, können wir mit neuen Maschinen schneller wachsen, wenn es schlecht läuft, mustern wir älteres Gerät aus», sagte Gemkow.

(rcv/kgh/awp)

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