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Lufthansa stimmt Passagiere auf höhere Preise ein

Lufthansa: «Zusatzbelastung, die das Fliegen in und über Europa für den Passagier verteuern wird». (Bild: Keystone)

Airlines müssen ab diesem Jahr für Europa-Flüge CO2-Zertifikate vorweisen. Die Lufthansa will die Kosten dafür in den Kerosinzuschlag einrechnen. Der wird zwar nicht direkt erhöht, auf teurere Tickets

Veröffentlicht am 02.01.2012

Die Lufthansa stimmt ihre Kunden wegen steigender Kosten für den Klimaschutz auf höhere Ticketpreise in Europa ein: Die Kosten für den Erwerb von CO2-Zertifikaten, mit denen Unternehmen sich das Recht zum Ausstoss des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) erkaufen, will die Fluggesellschaft in den Kerosinzuschlag einrechnen.

Zunächst sei zwar noch keine Erhöhung des Kerosinzuschlags geplant, teilte Deutschlands grösste Fluggesellschaft in Frankfurt mit. Dennoch ist von einer «Weiterbelastung über die Ticketpreise» die Rede.

«Mit der Einbeziehung in den EU-Emissionshandel wird nun europäischen Fluggesellschaften eine weitere Zusatzbelastung aufgebürdet, die das Fliegen in und über Europa für den Passagier verteuern wird», liess Lufthansa-Vorstand Carsten Spohr mitteilen.

Zusatzbelastung von 130 Millionen Euro

Mit Beginn des neuen Jahres sind alle Fluggesellschaften verpflichtet, für Flüge von und nach Europa, solche Emissionsrechte nachzuweisen. Die Lufthansa Group, zu der auch die Swiss gehört, muss nach eigenen Angaben gut 35 Prozent der nötigen Zertifikate kaufen. Auf Basis der durchschnittlichen Preisentwicklung für die Zertifikate rechnet die Fluggesellschaft mit Zusatzbelastungen von voraussichtlich 130 Millionen Euro für das Jahr 2012.

Lufthansa hat den Kerosinzuschlag für Europa- und Langstreckenflüge nach eigenen Angaben zuletzt am 15. Dezember 2011 zwischen drei und zehn Euro erhöht. «Die Gestaltung des Zuschlags wird sich künftig sowohl nach der Höhe des Ölpreises als auch nach den Preisen für den Erwerb der Emissionsrechte richten», teilte der Konzern mit.

Konkurrent Air Berlin hat nach eigenen Angaben keine Extragebühren für den Emissionshandel eingeplant: Wie eine Sprecherin «Spiegel Online» sagte, sei der Aufwand dafür in die Ticketpreise einkalkuliert.

(tno/awp)
 

 

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