Lufthansa-Passagiere müssen sich an diesem Freitagabend zum Start ins Wochenende und zum Ende der Ferienzeit auf Behinderungen einstellen. Die Pilotengewerkschaft Cockpit bestreikt zwischen 17.00 und 23.00 Uhr Kurz- und Mittelstreckenflüge, die vom grössten deutschen Flughafen Frankfurt abfliegen. Die Lufthansa will mit einem Sonderflugplan das Schlimmste abfedern. Wer ab Frankfurt gebucht hat, sollte sich im Internet informieren.

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Insgesamt sollen nach Angaben der Airline über 200 Flüge ausfallen. Rund 25'000 Passagiere dürften betroffen sein. Darunter sind lauf «Radio SRF» auch Passagiere aus der Schweiz. Mehrere Flüge zwischen Frankfurt und Genf beziehungsweise Zürich sind annulliert worden.

Erste Flieger bleiben ab 13.30 Uhr auf dem Boden

Aus technischen Gründen müsste die Lufthansa schon ab 13.30 Uhr die ersten Flüge ab Frankfurt absagen, um den Flugbetrieb nach Streikende wieder so schnell wie möglich normalisieren zu können.

Die Airline kritisierte die Streikankündigung scharf: Dies sei eine «besondere und nicht nachvollziehbare Zumutung», zumal dies das letzte Ferienwochenende in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sei. Der Streik treffe damit viele Familien auf der Heimreise aus dem Urlaub und Tausende von Geschäftsreisenden am Ende der Arbeitswoche. Cockpit schrecke nicht davor zurück«, in der Hauptreisezeit zum Ferienende in den drei Bundesländern für ihre Interessen zu streiken.

Streik kostet Millionen

Wegen des Streiks der Piloten am Frankfurter Flughafen kommen auf die Lufthansa nach eigenen Angaben Kosten in Millionenhöhe zu. Allein die Ankündigung eines Arbeitsausstands führe üblicherweise zu einem erheblichen Schaden, da die Buchungszahlen zurückgingen, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Freitag.

Genaue Angaben über die Gewinneinbussen infolge des Arbeitskampfes könnten derzeit noch nicht gemacht werden. Im April hatte die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit die Lufthansa mit einem Streik drei Tage lang so gut wie lahmgelegt: 3800 Flüge fielen aus, auch viele der lukrativen Langstreckenverbindungen. Die Gewinneinbussen für den Frankfurter Konzern beliefen sich damals auf insgesamt 60 Millionen Euro.

Streit um die Frührente

Hintergrund des Streiks ist der seit längerem schwelende Tarifkonflikt. Dabei geht es um die Übergangsversorgung, die Lufthansa-Piloten in ihrem Vorruhestand erhalten. Die Gewerkschaft will in dem Tarifkonflikt grössere Einschnitte bei den Vorruhestandsregelungen für die rund 5400 Kapitäne und Co-Piloten verhindern. Sie erklärte, jederzeit «einigungsbereit» zu sein, um Streiks abzuwenden.

Erst am vergangenen Freitag hatte die Gewerkschaft den Billigflieger Germanwings sechs Stunden lang bestreikt. Dadurch waren 116 von 164 Flügen ausgefallen. Von den Ausfällen waren rund 15'000 Passagiere betroffen.

(awp/me)