Die Lufthansa hat durch die fortgesetzten Streiks ihrer Piloten und Flugbegleiter rund eine halbe Milliarde Euro verloren. Diese Zahl nannte Konzernchef Carsten Spohr dem «Tagesspiegel» am Rande des Star-Alliance-Jahrestreffens in Chicago, wie die Zeitung am Donnerstag online berichtete. Die Angabe bezieht sich auf insgesamt 13 Streiks der Piloten und einen der Flugbegleiter in den Jahren 2014 und 2015.

Auf den siebentägigen Rekordstreik der Flugbegleiter im November dieses Jahres entfallen davon rund 140 Millionen Euro. Rund 230 Millionen Euro Schaden hatte Lufthansa bereits im Geschäftsjahr 2014 abgebildet, so dass im laufenden Jahr etwa 270 Millionen anfallen.

Fast zwei Milliarden Euro Gewinn

Spohr sieht sein Unternehmen trotz der vielen Streiks und der Germanwings-Katastrophe im März auf einem guten Kurs. Die Nachfrage habe unter den Streiks kaum gelitten.

Als Betriebsgewinn hat der Dax-Konzern zwischen 1,75 und 1,95 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Erstmals seit neun Jahren habe auch der Billigableger Eurowings/Germanwings einen Gewinnbeitrag geleistet im zweistelligen Millionenbereich, sagte er der Zeitung.

Fraport leidet

Unter den Streiks leidete auch der Flughafen Frankfurt. Die einwöchige Arbeitsniederlegung im November hat deutliche Spuren in der Verkehrsstatistik hinterlassen: Fast eine halben Million Reisende konnten ihren Flug nicht antreten konnten – rund 3400 geplante Flugbewegungen wurden annulliert.

Die Anzahl der Passagiere ging im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich um 11,3 Prozent auf 3,9 Millionen zurück. Die gleiche Tendenz spiegelte sich bei den Flugbewegungen wider.

Echo in der Schweiz

Der Konflikt mit der Flugbegleitergewerkschaft Ufo ist dabei alles andere als ausgestanden. Zuletzt sorgte ein Medienbericht für Furore, in dem es hiess, Lufthansa-Chef Spohr solle 300'000 Euro mehr Salär erhalten, während er den Konzern zum Sparen zwingt.

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Das hat auch in der Schweiz zu einem Echo geführt. Die Pilotenvertreter der Airline Swiss ärgerten sich über die geplante Erhöhungsrunde im Top-Management. Spohr, Hohmeister und Co. nähmen sich vom harten Sparkurs aus, so der Vorwurf.

(sda/ise)