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Kritik
Lufthansa zieht Zürich dem Berliner Pannenflughafen vor

Ex-Swiss-Chef schockt mit Kritik an Pannenflughafen
Harry Hohmeister: Will häufiger Zürich anfliegen.  Keystone

Für Ex-Swiss-Chef Harry Hohmeister ist der geplante Flughafen in Berlin zu klein, um ein Drehkreuz für die Lufthansa zu werden. Stattdessen will man «wesentlich häufiger» nach Zürich fliegen.

Seit Jahren plagt sich Deutschland mit dem Hauptstadtflughafen. Frühestens 2019 dürfte die Langzeitbaustelle BER eröffnet werden. Aber schon jetzt wird klar: Die grösste deutsche Airline setzt keine grossen Erwartungen in den Flughafen. «Als ein Drehkreuz wie München oder Frankfurt – nein. Dazu ist er zu klein», sagte Harry Hohmeister, ehemaliger Chef der Swiss und heute Lufthansa-Vorstandsmitglied, nun in einem Interview mit der «Berliner Morgenpost». Stattdessen habe man zusammen mit Zürich und Wien bereits vier Drehkreuze auf relativ engem Raum.

Für die Verantwortlichen des deutschen Pannenflughafens sind diese Aussagen des früheren Swiss-Chefs ein neuer Rückschlag. Nach aktuellem Stand muss die Eröffnung des Flughafens voraussichtlich zum sechsten Mal verschoben werden, weil die Behebung von Baumängeln und Problemen mit der Technik länger als erwartet dauert. Spott für die Fehlplanung gibt es in Deutschland deshalb seit Jahren. Hohmeisters Worte sorgen nun einmal mehr für Aufhorchen in der deutschen Öffentlichkeit.

«Wesentlich häufiger nach Zürich fliegen»

Zwar sei es der Wunsch, Berlin künftig häufiger anzufliegen, versichert Hohmeister in dem Interview. Zusätzliche Flüge in die Hauptstadt, zum Flughafen Tegel, seien jedoch erst ab dem nächsten Sommerflugplan möglich. «Dann werden wir zum Beispiel drei zusätzliche Verbindungen nach Frankfurt anbieten und auch wesentlich häufiger nach München, Wien und Zürich fliegen.» Neben diesen Drehkreuzen sei ein fünftes nicht zweckmässig. «Da muss man ehrlich sein.» Die Lufthansa setzt mit ihrer Tochter Swiss also eher auf Kloten als den Berliner Pannenflughafen.

Auch zu den Auswirkungen der Air-Berlin-Pleite äusserte sich Hohmeister in dem Interview. Die Nachfrage nach der Insolvenz sei deutlich gestiegen. Die Lufthansa reagiere darauf, indem sie «aus unseren Drehkreuzen Frankfurt, München, Zürich und Wien die Kapazitäten» erhöhe. Grosse Teile der insolventen Fluggesellschaft gehen an den Swiss-Mutterkonzern. Beide Unternehmen unterzeichneten kürzlich in Berlin einen entsprechenden Kaufvertrag.

(moh)

So fliegt die Schweiz:

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