Seit der Flughafen Zürich bekannt ­gegeben hat, die Gebühren im «tiefen einstelligen Prozentbereich» erhöhen zu wollen, gehen die Wogen hoch. Die ­Lufthansa-Tochter Swiss wehrt sich am lautstärksten. «Eine Preiserhöhung ist vollkommen unrealistisch», polterte Swiss-Chefpilot Harry Hohmeister jüngst in der BILANZ. Auch so gehöre Zürich bereits zu den teuersten Airports in Europa. Zumindest ist der Flughafen Zürich einer der profitabelsten in Europa. Die Ebitda-Marge 2012 erreicht 54,1 Prozent, vom Umsatz bleibt jeder fünfte Franken als Reingewinn hängen.

Dank diesen Traummargen schwingt der Flughafen Zürich im europäischen Vergleich obenauf. Einzig Copenhagen Airports kommt auf noch beeindruckendere Margen. Laut Experten sei dieser Flughafen jedoch völlig anders ausgerichtet, Zürich lasse sich am besten mit dem Flughafen Wien vergleichen. Und da schneidet Zürich im Gewinnvergleich fast doppelt so gut ab.

Die Gewinnmaschine Flughafen Zürich wird jedoch nicht durch den Flug­betrieb gespeist. Aus diesem Geschäft stammen zwar zwei Drittel des Umsatzes, doch lediglich ein Bruchteil des Ertrags. Das Schmuckstück ist das Nicht-Fluggeschäft, also Mieten aus Läden, Parkgebühren und anderes. «Die Gewinnmarge wird klar getrieben vom Nicht-Fluggeschäft», sagt Pascal Furger, Finanzanalyst bei der Bank Vontobel. Im Basisgeschäft dagegen winken nur mickrige Margen. «Das reine Fluggeschäft deckt nicht einmal die Kapitalkosten», rechnet Helvea-Analyst Reto Amstalden vor. Auch eine Gebührenerhöhung würde dies nicht deutlich ändern. Deshalb setzt CEO Thomas Kern noch stärker auf das Nicht-Fluggeschäft. Beispielsweise auf das Immobilienprojekt «The Circle». Nur stehen die potenziellen Mieter nicht Schlange. Nun hat auch noch Projektleiter Andrea Jörger gekündigt.

Über die Gebührenerhöhung befindet das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Bis dahin wird der Luftkampf über dem Flughafen Zürich fortgesetzt, wenn auch nicht mit scharfer Munition. Denn am Ende, darüber ist man sich in der Branche einig, kommt es zur friedlichen Einigung. Swiss kann nicht ohne den Flughafen Zürich und vice versa.