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Luftwaffe subventioniert PR-Stunt der Swiss

Die Swiss hat ein neues Flaggschiff: eine Boeing 777. Mit viel Brimborium landete der Flieger am Freitag in Zürich, begleitet von zwei Armee-Kampfjets. Die Swiss zahlte nichts für den Eskortflug.

Von Marc Iseli
am 29.01.2016

Mit viel Tam-Tam ist das neue Swiss-Flaggschiff heute früh in Zürich gelandet, nachdem es einen Abstecher zum Matterhorn und ins Berner Oberland gemacht hat – zum PR-Stunt. Begleitet wurde die Boeing 777 ab der Schweizer Grenze bis zum Flughafen Zürich von zwei F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe – zum Nulltarif.

Die Luftwaffe – also der Steuerzahler – übernimmt die Kosten der Begleitflotte. «Der Swiss entstehen aus der Aktion keine Kosten, da der Eskortflug im Rahmen eines Luftpolizei-Trainingsfluges der F/A-18-Piloten stattfand und somit dem ordentlichen Flugstundenbudget der Luftwaffe angerechnet wird», wie Jürg Nussbaum, der Kommunikationschef der Luftwaffe, sagt.

«Willkommener» Luftpolizeieinsatz

Nussbaum verteidigt die Aktion. Die Luftwaffe wollte weder Schützenhilfe zum PR-Stunt leisten, noch sich selbst ins beste Licht rücken. Der Werbeeffekt der Aktion sei, wenn überhaupt, «dann absolut sekundär».

Die Kampfjets wären ohnehin in der Luft gewesen, auch wenn man die Boeing der Swiss nicht begleitet hätte, sagt Nussbaum. Es handle sich sogar um einen «willkommenen» Flug, fügt er an. Es ging der Armee darum, einen Luftpolizeieinsatz mit einem Passagierflugzeug zu trainieren – was normalerweise nicht erlaubt sei.

Wertschätzung für die Swiss

Die Luftwaffe wollte mit dem Eskortflug aber auch ihre Wertschätzung für die Swiss zum Ausdruck bringen. Der Boeing-Jungfernflug sei ein «wichtiger Moment für die Swiss – und somit für die Schweizer Luftfahrt», sagt Nussbaum.

Dass die Armee den Flieger begleite, sei Zeuge der guten Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der Lufthansa-Tochter und der Luftwaffe.

Teure Idee

Die Idee entstand in einem Gespräch zwischen Angehörigen der Swiss und der Luftwaffe, sagt Nussbaum weiter. Daraufhin habe die Swiss ein entsprechendes Gesuch gestellt, das von der Luftwaffe bewilligt wurde.

Die Flugstunde eines F/A-18 kostet gemäss Berechnungen der Luftwaffe von 2011 29'500 Franken.

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