Einst drehte Luqman Arnold (62), Brite indischer Herkunft, das ganz grosse Rad. In der Finanzkrise 2008 outete er sich als Grossaktionär der UBS. Seine in London domizilierte Beteiligungs­gesellschaft Olivant hatte ein Paket von UBS-Aktien im Wert von 1,5 Milliarden Franken gekauft.

Als aktiver Investor bombardierte er die Bank mit einer Reihe von Vorschlägen, unter anderem der ­Abspaltung des Investment Bankings. Sein Auftritt fand auch darum Beachtung, weil er die Bank aus dem Innersten kannte: 2001 hatte er die UBS als Konzernchef geführt. Nach nur acht Monaten überwarf er sich mit dem damaligen Präsidenten Marcel Ospel und musste gehen.

Das UBS-Investment nahm eine dramatische Wende: Das Paket ging bei der Pleite der US-Bank Lehman verloren. Olivant hatte die UBS-Aktien als Kreditsicherheit an Lehman ausgeliehen. Der zuständige Partner bei Olivant, Kirk Stephenson, warf sich vor einen Zug. Bis heute sind die Aktien verschollen geblieben. Später suchte Olivant mit Investments in Russland das Glück.

Anzeige

Nun ist Arnold von der Bühne der ­internationalen Investoren abgetreten: Olivant existiert nur noch auf dem Papier. Die hochkarätigen Partner sind ausgeflogen, die Webpage ist abgeschaltet. Wer anruft, wird an eine Londoner Anwaltsfirma verwiesen, die Meldungen für Kunden entgegennimmt. Arnold wollte dazu keine Stellung nehmen. Durch einen Presseverantwortlichen liess er einzig ausrichten, er sei dieses Jahr aus dem Verwaltungsrat von Olivant ausgetreten.

Auch sein Lebensmittelpunkt hat sich verändert. Als Wohnort nennt das Handelsregister neu Bangkok. Arnolds Gattin stammt aus Thailand. Seinem ehemaligen Wohnort London bleibt er allerdings durch Funktionen im kulturellen Bereich verbunden, amtet er doch als Chairman des Design Museum London.

Beruflich wirkt er in weniger spektakulären Gefilden. Zusammen mit Partnern hat er in der Schweiz die Beratungsfirma Cartesius Advisory Network gegründet, die Zweigfirma in Zug wurde im November ins Handelsregister ein­getragen. Mit im Boot sind Kollegen von UBS und Credit Suisse, wo Arnold einst wirkte. Vittorio Volpi war Chairman UBS Italia, Ex-Olivant-Partner Mitchel Lenson arbeitete für Credit Suisse First Boston und UBS Warburg.

Welche Pläne Arnold in der Schweiz verfolgt und wie oft er hierzulande ­verweilt, wollte er nicht verraten. Bis jetzt ist die Firma auf dem hiesigen Finanzplatz nicht gross in Erscheinung getreten und in der Branche kein Begriff. Potenzial ­besteht allerdings: Arnold ist aus UBS- und Olivant-Zeiten in der Schweiz her­vorragend vernetzt, vor allem bei ­insti­tutionellen Anlegern und reichen Privatinvestoren.