Dass der Schweizer Importeur der skandinavischen Traditionsmarke medial seinen 2007er-Abschluss im Titlisgebiet oberhalb Engelberg feierte, hatte einen guten Grund: Volvo muss sich hierzulande an Höhenluft gewöhnen. Im vergangenen Jahr legten die Schweden zweistellig zu, um 16,2% auf 7583 Fahrzeuge bei den offiziellen Immatrikulationen, gar um 22,5% bei den an die 66 Händler ausgelieferten Autos. Das bringt die Volvo Automobile (Schweiz) AG mit Sitz in Glattbrugg im weltweiten Ländervergleich beim Wachstum auf den beachtlichen 7. Platz; angeführt wird diese Rangliste von Russland (95,1% mit 21000 verkauften Volvos) und von China (+73,2%, 12460). Volvo verbesserte seinen Marktanteil in der Schweiz von 2,4% auf 2,7%.

Kombi und Allrad: Erfolgsgarantie

Das hinter dem V50 (2250 Auslieferungen) zweitwichtigste Standbein des flotten Wachstums war der V70 (inklusive XC70) mit 1751 ausgelieferten Fahrzeugen und somit einem Plus von 13,4% gegenüber dem Vorjahr. Die Schweiz ist und bleibt ein Kombisowie ein Allradantrieb-Land, das macht den V70 zu einem sicheren Wert. Auch in Zukunft. Dazu kommt, dass in Bezug auf Fahr- leistungen, Fahrverhalten (ganz besonders das Fahrwerk und die Bremsen), Komfort und markentypische Sicherheit die Techniker aus dem Ikea-Land Vorzügliches in den Konkurrenzkampf gegen vornehmlich deutsche Mitbewerber schicken. Herausgestrichen sei die Motorisierung, die mit ihren 285 PS und einem Drehmoment von 400 Nm ab 1500 U/min den knapp 2 t schweren Kombi in 7,2 Sekunden – auch dank Allradantrieb – aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer beschleunigt. Da geht die Turbopost ab, unglücklicherweise allerdings auf Kosten des Verbrauchs. Auch mit sanftem Gasfuss pendelt der Verbrauch im gemischten Verkehr um 11,3 l; das ist gerade noch einigermassen vertretbar, aber eines «Musterschülers» nicht würdig. Anderseits: Volvo hat eine veritable Alternative zum Sechszylinder-Rennpferd T6 im Stall, den D5 mit seinem 2,4-l-Dieselmotor; dieser leistet 185 PS, kommt aber mit 6,5 l Treibstoff aus.

Gut getan hat der jüngsten Kombigeneration aus Göteborg die optische Überarbeitung. Die Formen sind runder und dadurch auch harmonischer geworden, haben dem früheren Bollwerk auf Rädern die Wucht genommen. Dennoch ist der Station Wagon noch immer eine stattliche Erscheinung, vor allem mit seiner Länge von 4,82 m. Trotz der Grösse ist der V70 beim Ladevolumen (575 bis 1580 l) allerdings lediglich Durchschnitt.

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Bleibt die Preisgestaltung Volvos. Ab 68500 Fr. wird der V70 geliefert, die gut ausgerüstete TopVersion steht mit 73700 Fr. in der Liste. Ähnlich wie bei den deutschen Mitbewerbern lassen allerdings Sonderausstattungen den Preis ungebremst in die Höhe klettern, bei unserem Testwagen um 17700 Fr. Und das war noch eine «Günstigvariante»