Die Richemont-Marke Cartier möchte ihre Toplage im Erdgeschoss des New Yorker Luxus-Kaufhauses Saks Fifth Avenue um jeden Preis behalten und zieht dafür vor Gericht. Grund für die Klage ist die Verlegung des Cartier-Shops von der begehrten Lage im Erdgeschoss hinunter ins Untergeschoss.

Dieser Umzug ist Teil der grossen Renovierung in der Höhe von 250 Millionen Dollar des New Yorker Kaufhauses. Anscheinend ist die Lage im begehrten Erdgeschoss aber so wichtig für die französische Schmuck- und Uhrenfirma in Schweizer Hand, dass Cartier vergangene Woche Saks Fifth Avenue auf 40 Millionen Dollar verklagt hat, wie das Portal «Business of Fashion» schreibt. 

Verbannung in den Keller

Saks Fifth Avenue hätte Cartier mitgeteilt, dass das Kaufhaus das Erdgeschoss für den Verkauf von Handtaschen ausrichte und Schmuckmarken wie Chanel, Chopard oder eben Cartier ins Kellergeschoss bringen möchte. Diese Abteilung soll wie bereits im Onlinestore des Kaufhauses den Namen «The Vault» tragen. Am Wochenende hat Saks Fifth Avenue nun mit einer Gegenklage reagiert und verlangt von Cartier 55 Millionen Dollar Schadenersatz. Das Kaufhaus bestreitet, jemals eine Zusicherung für die künftige Lage des Cartier-Shops gemacht zu haben.

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Teure Produkte im Erdgeschoss

Mit dem Umbau möchte das weltbekannte New Yorker Luxushaus auch seine Strategie ändern: Es setzt vermehrt auf einen «erlebnisorientierten Mix» von Marken. Im Mai werden erste Folgen des Umbaus präsentiert. Dabei werde die traditionell im Erdgeschoss präsentierte Beauty-Abteilung in den zweiten Stock verlegt und dafür teurere Produkte wie Handtaschen im Erdgeschoss angeboten. 

Als Folge davon wird der Cartier-Shop zusammen mit anderen Marken ins Untergeschoss verlegt. Der neue Standort im Tresorraum sei eine «erstklassige Lage» wie Saks Fifth Avenue gegenüber «Business of Fashion» mitteilt. Die Ablehnung von Cartier sei ihnen «rätselhaft». Cartier wollte keine Stellungnahme zum Gerichtsfall abgeben.

(tdr)