Wenn sich der grösste Detailhändler der Schweiz entschliesst, seine Eigenmarken einem vorerst zweiteiligen Öko-Ranking zu unterziehen, ist das grundsätzlich zu begrüssen. Wenn die Migros teils hart mit ihren Produkten umgeht und sie auch mal schlecht benotet, ist das folgerichtig und zeigt von der Ernsthaftigkeit des Programms M-Check.

Ob es die Konsumenten tatsächlich interessiert, wie ihr Wunschprodukt im M-Check abschneidet?

In der konventionellen Denkungsart wäre wohl zu vermuten: Wer ein Filet will, greift sich eines aus dem Gestell. Egal, ob es nun zwei oder fünf Sterne trägt. Es wird spannend sein, zu verfolgen, ob und wie sich die neue Notenskala aufs Konsumentenverhalten auswirkt.

Wenn es der Migros richtig ernst ist mit dem neuen Programm, trägt sie es auch in die digitale Dimension hinein. Gerade von einem Unternehmen, das mit der Plattform Migipedia Pionier-Arbeit leistete, darf man hier mehr erwarten. 

«Noch spannender würde es, wenn der M-Check in die Trend-Gefilde von Gamification und «Quantified Self» vorstossen könnte.»

Anzeige

Offenbar gibt es Gedanken beim orangen Riesen, die den M-Check auf verblüffende Weise so positionieren könnten, dass er als Auswahl-Trigger wirken könnte.

Denkbar scheint eine Filterfunktion bei Online-Bestellungen: Bei Bestellungen über Migros Online würden den Kunden analog einem individuellen Filter – beispielsweise Konzentration auf Eigenmarken mit 4 und 5 Sternen – nur noch solche Produkte angezeigt.

Noch spannender, wenn der M-Check in die Trend-Gefilde von Gamification und «Quantified Self» vorstossen würde: Kunden könnten sich quasi selber ein jährliches CO2-Budget geben. Hätten sie dieses ausgeschöpft, wären keine Online-Bestellungen von CO2-intensiven Produkten möglich.

Auch solcherlei wird intern offenbar überlegt, auch wenn bisher nichts Konkretes in der Pipeline wartet.

Würde es der Migros gelingen, das neue Programm dereinst so smart zu implementieren, wäre der M-Check richtig gut. Und nicht bloss gut gemeint.