Die Commerzbank kämpft weiter für bessere Zeiten. Auch im zweiten Quartal hat sie nach Erwartungen von Analysten die Trendwende verpasst. Die Folgen könnten weitreichend sein.

Am Donnerstag legt die Bank die Zahlen für die Monate April bis Juni vor. Laut Analystenschätzungen wird das Ergebnis unter dem Strich mit einem Reingewinn von 7 Millionen Euro gerade so die Gewinnzone erreichen. Vor Steuern soll der Überschuss rund 42 Millionen Euro betragen – so der Prognose-Durchschnitt. Zum Vergleich: Im ebenfalls schwierigen Vorjahr standen im zweiten Quartal vor Steuern 356 Millionen Euro Gewinn in den Büchern und unter dem Strich immerhin 275 Millionen Euro.

Kunden zugewonnen

Immerhin: Der Umbau des Privatkundengeschäfts trägt erste Früchte trägt, heisst es in einer Ergebnisvorschau: In den fünf Monaten bis Ende Mai 2013 seien pro Woche im Schnitt netto 3300 Kunden gewonnen worden. «Wir haben das Ziel noch nicht erreicht, aber wir kommen voran», wurde Michael Mandel, Vorstand des Privatkundengeschäfts, vergangenen Donnerstag zitiert.

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Zum Auftakt des laufenden Jahres hatte die Commerzbank 94 Millionen Euro Verlust ausgewiesen. Allein Rückstellungen für das Sparprogramm belasteten das Ergebnis im ersten Quartal mit fast 500 Millionen Euro.

Gerangel um den Vorstand

Inzwischen ist der Abbau von weltweit rund 5200 der gut 54'000 Stellen mit dem Betriebsrat vereinbart. Am Mittwoch berät der Aufsichtsrat nun auch über eine Verkleinerung des Vorstandes von neun auf sieben Mitglieder. Nach Informationen des «Handelsblattes» sollen die für die interne «Bad Bank» zuständigen Manager Jochen Klösges und Ulrich Sieber das Institut verlassen. Sieber ist auch Personalvorstand.

Aus dem Aufsichtsrat verlautete, es sollten bereits am Mittwoch Entscheidungen zu den Personalien fallen. Einige Kontrolleure sehen nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa aber noch «erheblichen Diskussionsbedarf».

Hartnäckig halten sich Spekulationen, der Bund könne seinen verbliebenen Einfluss nutzen, um – spätestens nach der Bundestagswahl am 22. September – einen personellen Neuanfang an der Konzernspitze durchzusetzen, schreibt die dpa. Seit dem Amtsantritt von Vorstandschef Martin Blessing Mitte Mai 2008 hat die Commerzbank-Aktie über 95 Prozent eingebüsst.

(vst)