Sonova teilte am Abend mit, der Fehler des vom Markt genommenen Hörimplantates sei gefunden worden. Man habe den Herstellungsprozess angepasst und von der Europaprüfstelle (TÜV) dafür die Zertifizierung erhalten.

Das Sonova-Tochterunternehmen Advanced Bionics arbeite derzeit an der Wiederaufnahme der Produktion und des Vertriebs der Implantate. Die Marktrückkehr sei vorläufig in den Regionen Europa, Asien-Pazifik und Lateinamerika geplant.

Bei den US-Gesundheitsbehörden würden Unterlagen zu den Anpassungen bei der Herstellung in den nächsten Wochen eingereicht.

Den Rückruf hatte Sonova Ende November 2010 bekannt gegeben. Einige Patienten klagten nach Inbetriebnahme des Geräts über starke Schmerzen, laute Geräusche sowie Schockempfindungen.

Ursache allen Übels

Der Rückruf des Produkts hatte weitreichende Folgen. Der Verkaufsstopp führte dazu, dass Sonova die Umsatz- und Gewinnziele für das Geschäftsjahr 2010/2011 nach unten korrigieren musste.

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Damit aber nicht genug: Vor dieser Gewinnwarnung am 16. März sollen mehrere Topmanager des Unternehmens grössere Aktien- und Optionspakete verkauft haben. Dies führte letztlich dazu, dass zwei Topmanager den Hut nahmen und Firmengründer Andy Rihs das Präsidium des Verwaltungsrates abgab.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hat mittlerweile eine Strafuntersuchung wegen möglichen Insiderhandels aufgenommen.

(cms/sda)