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Abbau
Malaysia Airlines: «Wir sind eigentlich pleite»

Flugzeuge der Malaysia Airlines: Die Fluggesellschaft muss sparen.  Keystone

Die von zwei Flugzeug-Katastrophen arg gebeutelte Malaysia Airlines hat sich einen drastischen Sparkurs auferlegt. 6'000 Mitarbeiter erhalten die Kündigung.

Veröffentlicht am 01.06.2015

Der deutsche Manager Christoph Müller will mit dem Abbau tausender Stellen seinen neuen Arbeitgeber Malaysia Airlines retten. «Wir sind eigentlich pleite», sagte der frühere Aer-Lingus-Manager am Montag auf einer Pressekonferenz in Kuala Lumpur.

Die Probleme des Staatsunternehmens haben lange vor den beiden Flugzeugabstürzen im vergangenen Jahr begonnen. Müller bekräftigte Pläne, die Zahl der Stellen um 6.000 auf 14.000 zu kürzen. Zudem will er internationale Verbindungen seltener anbieten oder die Routen ganz streichen sowie dem Luftfahrtkonzern eine neuen Markenauftritt verpassen. Malaysia Air werde aber nicht zu einer Regionalgesellschaft.

Druck von Billigflieger und zwei Katastrophen

Das Unternehmen ist durch andere Traditionsgesellschaften und neue Billigflieger unter Druck geraten. Experten zufolge liegen die Kosten um 20 Prozent höher als bei Konkurrenten, etwa weil die Fluggesellschaft auf Geheiß der Regierung unprofitable Verbindungen anbietet und auf Druck der Gewerkschaften zu viel Personal beschäftigt.

Die Krise verschärfte sich im vergangenen Jahr, als im März Flug MH370 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwand. Das Wrack wurde nie gefunden. Im Sommer wurde Flug MH17 über der Ostukraine abgeschossen. Die Pläne für den Stellenabbau wurden bereits im August 2014 bekanntgegeben.

«Ich bin betrübt»

Im Rahmen eines drastischen Sparkurses will sich die Malaysia Airlines von 6000 Beschäftigten trennen. Alle 20'000 Mitarbeiter erhielten Kündigungsschreiben. Den meisten wurde jedoch eine Weiterbeschäftigung beim Neustart des Unternehmens angeboten, teilte der Christoph Müller am Montag in Kuala Lumpur mit. Er soll das asiatische Unternehmen aus der Krise holen.

«Ich bin betrübt darüber, dass wir uns von 6000 Menschen trennen müssen», sagte der Manager. Demnach sollen die restlichen 14'000 Mitarbeiter innerhalb von 12 Tagen entscheiden, ob sie im Unternehmen bleiben wollen.

(sda/dbe)

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