Giannis Nikou ist ein zeitgenössischer Maler mit modernen Themen, aber einer Technik, die in der Renaissance wurzelt. Sein Werk wandert entlang der Zeitachse, nach dem Grundsatz «Erga ke Imeres» (Werke und Tage). Die Inspiration bezieht der Künstler aus den globalisierten Problemen der Menschheit. Seine Themen sind vielgestaltig und seine zahlreichen Werke wurden von den Kunsthistorikern in Einheiten unterteilt. Es gibt die Welt der Engel, den biblischen, allegorischen und paga-nistischen Zyklus, den romantischen und mediterranen Zyklus, den mythologischen und geschichtlichen Zyklus, die Metamorphosen ebenso wie abstrakte Kunst und Bleistiftzeichnungen.

Wie anhand der Titel der Zyklen ersichtlich, schöpft Giannis Nikou aus einer «Universalbibliothek», die aus den unübertrefflichen Produkten der menschlichen Intelligenz besteht. Aus der Mythologie, der griechischen und europäischen Literatur (Homerische Epen, Dantes Divina Commedia) bis zur dokumentierten Geschichte und von den Rittersagen bis zu den Bestsellern der Science Fiction und des Übernatürlichen. Auch die grossen Bücher der Menschheit, die Bibel und die Veden gehören dazu. Gleichzeitig jedoch beschreibt er die Moderne, wie etwa den Anschlag auf die New Yorker Twin Towers oder Umweltkatastrophen.

Erzähltechnik

Die Umsetzung seiner Themen fusst zunächst auf seiner Ausbildung an der Fakultät der Hohen Künste von Athen, wo er neben der Malerei auch Musik studierte. Er erwarb vertiefte Kenntnisse der klassischen Gitarre, des Schauspiels, der Regie und der Photographie, was ihm bei der fast kinematographischen Wiedergabe seiner Werke behilflich ist. Heute führt er Regie bei Superproduktionen: Seine Werke sind 4 bis 5 m lang. Es gibt die Kompositionen zu Themen von grossem historischem Wert. Etwa die Schlacht von Waterloo, die Eroberung von Konstantinopel, der Fall des Eosphor, Persephone im Hades oder Orpheus und Euridike.Seinen Werken gemeinsam ist die unverwechselbare Erzähltechnik, die klar und sehr detailliert eine flämisch bildhafte Sprache verwendet. Er drückt sich in Ölbildern aus, denen immer eine ordentliche Entwurfszeichnung zugrunde liegt. Er liebe es, seine Bilder sorgfältig zu planen, sagt der Künstler. «Ich glaube nicht an den Zufall.» Damit gibt er seine persönliche Infrastruktur und seine Kenntnisse in der humanistischen Tradition preis. Er wurde von Experten auch «Maître des Entwurfs und der Komposition» genannt. Sein Werk wurde u.a. auf der Römer Biennale 1988 ausgezeichnet.

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Vielseitigkeit

Die Themenzyklen seiner Werke sind teilweise diametral entgegengesetzt, etwa historische oder auch völlig abstrakte Inhalte, obwohl sie durchaus derselben Schaffenspe-riode entspringen können. Das ist ein weiteres Beispiel für die Vielseitigkeit des Künstlers, der damit den Betrachter nicht mit ständiger Wiederholung langweilt. Nikou gilt als der «Global-Symbolist» der Malerei. Die Allegorie ist stets präsent in seinen Bildern, die auch gut unter «magischem Realismus» geführt werden könnten, wegen der besonders bildhaften Pinselführung und der globalisierten Fantasie, die den Maler kennzeichnet. Mit Ausstellungen auf der ganzen Welt ist Nikou ein Maler des 21. Jahrhunderts, ein Weltbürger und ein wahrhafter Odysseus der Geisteswelt, der fast alle Träume in Bilder umwandeln kann.