CFO-FORUM 2007. Dem Finanzchef eines Unternehmens wird immer mehr abverlangt. Eine grosse Herausforderung sind die International Financial Reporting Standards (IFRS). Dank ihnen können Rechnungen international verglichen werden. Felix A. Weber, Managing Director und Head of Investment Banking Switzerland bei Lehman Brothers in Zürich, nannte denn auch die Klarheit und die Disziplin als Vorteile der IFRS. Allerdings sei der Aufwand sehr gross. «Kaum ein CFO versteht den Inhalt vollständig», so Weber.Für kleine Unternehmen ist es noch schwieriger, die Standards einzuhalten. «Die Regeldichte ist für ein KMU gleich hoch wie für ein grosses Unternehmen», gab Susanne Bergsteiner, CFO des Software-Unternehmens SAF in Tägerwilen, zu bedenken. Qualitativ auf eine höhere Ebene zu kommen, sei sehr teuer. «Equity-Pläne verändern Business-Entscheide», sagte Bergsteiner. «Es braucht Wissen, wie sich ein Entscheid auf die Bücher auswirkt.» Deshalb müsse man die Regularien gut kennen, sich intensiv fortbilden und stets nah dran sein.Conrad Meyer, Direktor des Instituts für Rechnungswesen und Controlling der Universität Zürich, warnte: «Es ist eine Illusion zu glauben, dass mit perfekten Standards alles ‹true and fair› wird.»Es brauche einfache und klare Regelungen sowie das IFRS. Conrad Meyer gab ausserdem zu bedenken: «Es herrscht kein Wettbewerb mehr, wenn es nur einen einzigen Standard gibt.»Michael Jacobi, unabhängiger Berater sowie Verwaltungsrat bei Sonova und Hilti, bezeichnete die Pensionskasse, die Steuern und die Finanzinstrumente als schwierige IFRS-Themen. Die Standards hätten Einfluss auf die Führungsphilosophie. Deshalb gab er den Teilnehmern folgenden Tipp: «Ich habe mich jeweils alle Vierteljahre mit den Revisoren zusammengesetzt und mir von ihnen die Neuerungen erklären lassen. Das hat sich bewährt.»

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