Wegen der Nachfrageflaute in Europa und Südamerika erwägt MAN, die Kapazität in seiner Lkw-Produktion in Deutschland und Österreich zu drosseln. Das Management der Kernsparte Truck & Bus spreche mit dem Betriebsrat über eine mögliche Neuordnung der Produktion an den Standorten München, Salzgitter und Steyr, sagten drei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Dies beinhalte auch eine eventuelle Anpassung der Kapazität. Insgesamt arbeiten in den drei Werken rund 13'000 Menschen. Kündigungen seien aber nicht geplant, hiess es. Weder das Unternehmen noch die Arbeitnehmerseite wollten sich dazu am Montag äussern. Der Mutterkonzern Volkswagen verwies auf MAN.

Bisher deutet nichts darauf hin, dass es auch in der Schweiz zu Anpassungen kommt. Rund 120 Personen arbeiten hierzulande für die MAN-Division Truck & Bus. Für die Sparte Diesel & Turbo, die in Zürich knapp 1000 Personen beschäftigt, sind keine Neuordnungspläne bekannt.

Kurzarbeit in den MAN-Werken

Der Lastwagenbauer laboriert seit geraumer Zeit an der schwachen Nachfrage in seinen Kernmärkten. MAN schraubte deshalb im Herbst die Gewinnprognose zurück, zum Jahresende wurde Kurzarbeit für die Mitarbeiter in München, Salzgitter und Steyr beantragt.

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Im Januar brach der Absatz von MAN um 29 Prozent ein auf 5600 verkaufte Fahrzeuge. Die ungeliebte Konzernschwester Scania, mit der die Bayern unter der Ägide von VW nach langem Anlauf eine Lkw-Allianz eingehen sollten, schnitt etwas besser ab: Die Schweden lieferten 5000 Schwerlaster und Busse aus, knapp zehn Prozent weniger als vor Jahresfrist.

(reuters/ise/ama)