Die grösste Warenhauskette der Schweiz baut ihre Strategie für 500 Millionen Franken um. In den nächsten vier Jahren will Manor neue Filialen und Restaurants schaffen und seinen Internetauftritt erneuern, um künftig mehr Geld online umzusetzen. Fünf bis zehn Prozent des Erlöses soll im Internet erwirtschaftet werden.

Manor will «den Kunden noch stärker ins Zentrum stellen und so Marktanteile gewinnen», erklärt CEO Bertrand Jungo dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz» den Strategiewechsel. Dafür schaffe der Konzern 200 neue Stellen. Manor beschäftigt derzeit 10'200 Personen. Im Frühjahr strich der Konzern 150 Jobs am Hauptsitz in Basel.

«Shop-Along»

In der Umsetzung der neuen Strategie beschreitet CEO Jung ungewöhnliche Wege: So werden «Shop-Alongs» durchgeführt, das Personal begleitet den Kunden also während des Einkaufs. Yogastunden auf der Dachterrasse in Basel oder ein Kurs zur Herstellung von Mozzarella in Genf sollen die Interaktion mit dem Kunden stärken.

Auch das Sortiment wird bereinigt. Die Eigenmarken sollen gepusht werden, bei den anderen Labels wird das Portfolio gestrafft und die Kadenz erhöht. Neu ins Sortiment kommt die spanische Modemarke Sfera.

Globus-Mann soll Erfolg bringen

Eine wichtige Rolle in der neuen Strategie spielt Jean-François Zimmermann, bis zu seinem Abgang im August Chef des Konkurrenten Globus. Per 1. Januar wird er als Chief Retail Officer Herr über die 64 Filialen des Manor-Konzerns.

«Bertrand Jungo und Firmeninhaber Didier Maus haben nach meiner Kündigung sofort mit mir Kontakt aufgenommen und mich von der neuen Strategie überzeugt», so Zimmermann. Der prominente Neuzugang soll «vor allem das Kundenerlebnis in den Warenhäusern auf die nächste Stufe bringen», sagt Jungo.

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(ise)