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Maple Bank stolpert über dubiose Geschäfte

Maple Bank: Von der Finanzaufsicht Bafin dichtgemacht. Keystone

Die Maple Bank ist von der deutschen Finanzaufsicht geschlossen worden. Grund sind möglicherweise illegale «Cum-Ex»-Aktiengeschäfte. Ein kanadische Grossaktionär ist deshalb bereits ausgestiegen.

Veröffentlicht am 08.02.2016

Die Frankfurter Maple Bank ist am Montag geschlossen geblieben. Die Finanzaufsicht Bafin hatte dies am Wochenende mit sofortiger Wirkung angeordnet, weil dem Ableger der kanadischen Maple Financial Group wegen einer millionenschweren Steuerrückstellung die Überschuldung droht.

Die Bank bestätigte, dass die Rückstellung im Zusammenhang mit den laufenden Ermittlungen der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft zu möglicherweise illegalen «Cum-Ex»-Aktiengeschäften aus den Jahren 2006 bis 2010 steht. Auch zahlreiche andere Banken und Einzelpersonen stehen im Verdacht, ähnliche Geschäfte rund um die Dividendentermine von Aktiengesellschaften betrieben zu haben. Die Schliessung der Maple Bank wird als Beleg für ein hartes Vorgehen der Behörden gewertet.

Bundesweite Razzia im September

Im vergangenen September hatte es in dem Fall eine bundesweite Razzia gegeben. Als Beschuldigte führen die Ermittler elf ehemalige oder aktuelle Beschäftigte der Maple-Niederlassung in Frankfurt. Ihnen wird Steuerhinterziehung und teils Geldwäsche vorgeworfen. Es soll laut «Süddeutscher Zeitung» um 450 Millionen Euro gehen, für die steuerrechtlich möglicherweise die Bank gerade stehen muss.

«Die Ermittlungen dauern an. Es sind umfangreiche Informationen auszuwerten», sagte am Montag der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle. Man nehme die Bafin-Anordnung zur Kenntnis, wolle sie aber nicht weiter kommentieren.

Bei den umstrittenen Steuerdeals werden Aktien mit (cum) und ohne (ex) Dividendenanspruch rund um den Dividendenstichtag eines Unternehmens rasch zwischen mehreren Beteiligten hin- und hergeschoben. Bescheinigungen über Kapitalertragsteuer liessen sich die Beteiligten mehrfach ausstellen – obwohl diese nur einmal gezahlt wurde. Das Bundesfinanzministerium hat dieses Steuerschlupfloch 2012 nach Milliardenausfällen geschlossen und pocht darauf, dass die Deals bereits zuvor illegal gewesen seien.

National Bank of Canada schreibt Beteiligung ab

Einer der kanadischen Eigentümer der geschlossenen Maple Bank lässt das Frankfurter Institut inzwischen offenbar fallen. Die National Bank of Canada schreibt ihre 165 Millionen kanadische Dollar schwere Beteiligung an Maple Financial ab, wie das Institut in der Nacht zum Montag mitteilte. Die National Bank hält 24,9 Prozent an der Muttergesellschaft der Maple Bank.

Die National Bank of Canada betonte in der Mitteilung, sie und ihre Mitarbeiter seien in diese Geschäfte nicht verwickelt und nicht Gegenstand von Ermittlungen. Sollte sie als Eigentümer Dividenden erhalten haben, die zum Teil auf Steuerbetrug bei der Maple Bank zurückzuführen seien, wolle sie sich mit den Behörden über deren Rückzahlung verständigen. Mit grossen Summen sei dabei aber nicht zu rechnen.

(awp/reuters/gku/ise)

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