Die Quadrant-Aktie ist in den letzten 52 Wochen um über 50% eingebrochen. Die Aktionäre sind unzufrieden.

Arno Schenk: Wir sind selber sehr enttäuscht. Aber wir können nur den Wert des Unternehmens beeinflussen, indem wir einen guten Job machen. Der Kurs ist am Ende ein Ergebnis aus Angebot und Nachfrage.

Attraktiver würde die Aktie durch die Ausschüttung einer Dividende oder durch ein Aktienrückkaufprogramm.

Schenk: Das wäre zwar möglich, doch sind wir ein wachstumsorientiertes Unternehmen. Wie in den letzten elf Jahren reinvestieren wir die Mittel in Quadrant, denn wir sehen noch einiges Potenzial für die Firma. Wenn wir eine Ausschüttung vornehmen würden, dann wäre dies, als würden wir keine Wachstumsmöglichkeiten mehr sehen.

Wo sehen Sie diese?

Schenk: Sowohl in Anwendungen im Bereich der Hochleistungskunststoffe als auch bei den Plastic Composites. In letzterem Bereich wollen wir ab 2009/10 wieder zurück auf Wachstumskurs kommen.

Warum erst dann?

Schenk: Die Projekte haben eine Vorlaufzeit von bis zu fünf Jahren.

Die Wachstumsstrategie von Quadrant beinhaltet vor allem auch Akquisitionen.

Schenk: Zukäufe sind Teil unserer Strategie. Deshalb prüfen wir regelmässig Akquisitionen. Letztes Jahr haben wir keine Käufe getätigt, weil die Preise zu hoch waren.

Wie haben sich die Preise im Markt seither verändert?

Schenk: Die Korrektur erfolgt nur langsam. Aber es geht in die richtige Richtung. Wichtig ist für uns, dass wir die Akquisitionen nicht überbezahlen. Dies ist uns in der Vergangenheit unserer Meinung nach gut gelungen.

Quadrant ist noch ein Drittel seines Umsatzes wert. Ist das Unternehmen ein Übernahmeziel?

Schenk: Seit letztem Sommer, als die Private-Equity-Firmen Cheney und BC Partners ein Angebot lancierten, hatten wir keine Anzeichen mehr für eine mögliche Übernahme. Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben diesbezüglich sicherlich zu einer Beruhigung geführt. Zudem verfügt Quadrant über ein stabiles Aktionariat.

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Wie war die Geschäftsentwicklung bei Quadrant im laufenden Jahr?

Schenk: Wir sind im Rahmen der kommunizierten Erwartungen gestartet.

Auch in Amerika?

Schenk: Ja. Letztes Jahr hatten wir in den USA eine Abschwächung prognostiziert, als die Aussichten noch optimistischer waren. Heute sind wir weniger pessimistisch als die allgemeine Stimmung. Der schwache Dollar stärkt nämlich die inländische Industrie. Davon profitieren auch wird.

Andererseits belastet der schwache Dollar Ihr Geschäftsergebnis.

Schenk: Optisch schon, operativ hat die Dollarschwäche jedoch nahezu keinen Einfluss. Wir haben ein natürliches Hedging, indem die Einnahmen und Ausgaben in derselben Währung anfallen.

Als Kunststoffhersteller dürfte Sie aber der hohe Ölpreis beunruhigen?

Schenk: Nicht unbedingt. Denn einerseits können wir Preiserhöhungen an den Markt weitergeben. Zudem korreliert der Ölpreis nicht zu 100% mit unseren Kosten. Er ist vielmehr einer von zwei Faktoren. Daneben spielen die Kapazitäten in der Chemie eine wichtige Rolle. Und da diese in der Hochkonjunktur ausgebaut wurden, sollte dies stabilisierend wirken.

Einen anhaltenden Margendruck verspüren Sie im Automobil-Geschäft. Wie wollen Sie diesem entgegentreten?

Schenk: Wir haben bereits auf Umsatz verzichtet und werden dies wieder tun, wenn der Ertrag ungenügend ist. Daneben wollen wir die Abhängigkeit von diesem Bereich reduzieren, indem wir in neue Bereiche vordringen. Dazu gehören die Betonverschalungen sowie neue Projekte, die in den nächsten Jahren auf den Markt kommen sollten.

Welche Ziele streben Sie 2008 an?

Schenk: In lokaler Währung ein moderates Wachstum. Eine Margenerhöhung sehen wir derzeit nicht, wir sollten die Marge aber halten können. Schliesslich streben wir einen Free Cashflow von über 30 Mio Fr. an.