EXCHANGE TRADED FUNDS.

An der SWX wurde im letzten Jahr eine Rekordzahl von 64 neuen Exchange Traded Funds (ETF) kotiert, womit mittlerweile aus 125 Produkten ausgewählt werden kann. Auch umsatzmässig standen die Vorzeichen auf Wachstum. 2007 wurden in den beiden ETF-Segmenten der SWX und virt-x 28814 Mio Fr. umgesetzt, was ein Plus von 52% zum Vorjahr und damit das grösste Wachstum in den vergangenen Jahren bedeutet. Auch die Anzahl der Abschlüsse erhöhte sich von 111619 auf 176515 deutlich. Nachdem in der Anfangszeit vor allem ETF auf bekannte Blue-Chip-Indizes herausgebracht wurden, waren es 2007 hauptsächlich Produkte auf Indizes von Schwellenländern, auf Themen und Spezialitäten. Wenn man den bekannten Core-Satellite-Anlageprozess als Grundlage nimmt, könnte man sagen, dass die Emittenten zuerst die Basisanlagen für das Core bereitstellten und danach die Satelliten dazubrachten. Im Core-Satellite-Ansatz werden die Satelliten zwar mit aktiven Anlagen abgedeckt, welche das Alpha zur kostengünstigen passiven Core-Strategie liefern sollen. Mit den neuen ETF auf exotische Länderindizes wie Südafrika, Indien oder Taiwan, Themen wie Neue Energien und Wasser oder Immobilien- bzw. Private-Equity-Aktien kann man sich aber auch vorstellen, das ganze Portfolio mit kostengünstigen ETF abzudecken.

Viele an der SWX und virt-x gehandelten Produkte sind in der Fondswährung gehandelt, was für institutionelle Investoren von Vorteil sein kann. Im Moment existieren Produkte in Schweizer Franken, Euro, Dollar, Yen und Pfund.

ETF auf Anleihen

Viele Emittenten ergänzten oder komplementierten ihre Angebotspalette im Jahr 2007. iShares, welche zusätzliche Produkte auf Immobilienaktien, Themen und Anleihen brachten, halten mit 48 kotierten ETF das grösste Produktsortiment an der SWX. Die Lyxor-ETF kotierten mit dem Euro Stoxx 50 Buy Write den ersten ETF, welcher einen Index mit einer Optionskomponente abbildet. Die ZKB ergänzte mit Platin, Palladium und Silber ihr erfolgreiches Goldprodukt. UBS und Credit Suisse gelangten beide mit einem ETF auf den neuen Swiss Leader Index (SLI) der SWX auf den Markt. Zudem traten mit der Deutschen Bank (db x-trackers) und ABN Amro (Market Access) zwei neue Player in den Markt ein. Während die Deutsche Bank eine ganze Palette neu einführte, konzentrierte sich ABN Amro auf Nischen wie Rohwaren oder einzelne Schwellenländer. Auch für das Jahr 2008 erwartet die SWX mehrere Dutzend Neuzugänge. Insbesondere das Angebot an ETF auf Anleihen ist noch relativ bescheiden und wird sicherlich ausgebaut werden. Das Gleiche gilt für Aktiensektoren. Auch den beiden ersten db x-trackers auf den Short Dax und den Short Euro Stoxx50 werden weitere folgen. Dies gibt Investoren die Möglichkeit, auf fallende Märkte zu spekulieren, ohne den ETF selber leer verkaufen zu müssen, was für eine Vielzahl von Investoren gar nicht möglich wäre.Getrieben durch die USA ist die Entwicklung von neuartigen Indizes, bei denen die Gewichtung nicht mehr von der Marktkapitalisierung von Unternehmen, sondern von anderen Faktoren abhängt. Diese Faktoren sind fundamentale Kennzahlen wie Buchwert, Gewinnwachstum oder Dividendenrendite. Mit diesen Indizes soll eine Outperformance gegenüber den vor allem von Large Caps getriebenen bekannten Benchmarks erreicht werden.

Structured Funds

Am 26. November 2007 lancierte die SWX ein Segment für ETSF mit drei Produkten der Bank Vontobel. Das Segment steht für Produkte offen, welche ihre Fondsvermögen strukturieren. Die Anlagevehikel bestehen meistens aus Basiswerten einer Anlageklasse, welche mit Optionen kombiniert werden. In der Pipeline sind Produkte mit Kapitalschutz, ETSF zur Rendite-Optimierung sowie weitere Fonds, welche wie die drei bisherigen an einem Basket partizipieren. Die Möglichkeiten solcher Produkte sind fast unbegrenzt – allen gemeinsam ist aber, dass sie im Gegensatz zu strukturierten Produkten nicht Schuldverschreibungen, sondern Anlagefonds sind. Diese bestehen aus einem Sondervermögen, welches auch dann nicht verloren geht, wenn der Emittent in Konkurs gehen würde. Der damit verbundene Anlegerschutz ist in der aktuellen Finanzkrise aktueller denn je.

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