«25% der Frauen waren vor der EM fussballbegeistert, danach waren es 45%», so Christof Kaufmann, CEO OMD Schweiz und Mitbegründer des Branded Entertainment Circle. Mit den Frauen konnte somit eine neue Zielgruppe angesprochen werden. «Aktive Sponsoren wurden wahrgenommen», sagt Kaufmann, der Sport sei eine klassische Plattform für Branded Entertainement.

Der Chefredaktor von «Sport Bild», Pit Gottschalk, glaubt hingegen nicht, dass die Frauen mehr Interesse am Fussball hätten, sie wären aber von der Karnevalsstimmung begeistert gewesen. Er präsentierte eine Umfrage mit dem Titel «Der Rest vom Schützenfest». Die Schweiz wurde von den Euro-Besuchern besser bewertet als Österreich, aber weniger gut als Deutschland bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren. Bern war, vor Innsbruck und Zürich, die Stadt mit der grössten EM-Euphorie. Das habe Bern den Holländern zu verdanken. Basel liegt an fünfter Stelle, abgeschlagen auf den letzten Plätzen sind Genf (7) und Salzburg (8).

Bei McDonalds Schweiz wurden Kinder, welche die Stars vor dem Spiel auf das Feld begleiteten, ins Zentrum gestellt. «Es war ein Vorteil, dass die Schweiz früh ausgeschieden ist, so herrschte News-Notstand und die Medien berichteten über unsere Player Escorts», so Thomas Truttmann, Marketing und Communications Director McDonald’s Schweiz.

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«Wir wollten richtig mitmachen oder gar nicht», so Christof Marti, Global Head of Sponsorship der UBS. Die Unterstützung der öffentlichen Hand für die 16 UBS-Arenen sei ein Glücksfall gewesen. Die Städte hätten Sachleistungen im Wert von bis zu 150000 Fr. aufgewendet. Den UBS-Beitrag pro Arena beziffert Marti auf 1,5 bis 1,9 Mio Fr. Hätte die Image-Kampagne nicht während der Euro stattgefunden, müsste man sie heute machen, um das Vertrauen in die gebeutelte UBS wieder aufzubauen.

«Die Regulierungen der Uefa sind vielen sauer aufgestossen, Migros war den Konsumenten deshalb sympathisch», so Marion Marxer von Publicis. Man habe sich schnell entschlossen, auf Ambush Marketing – Werbung mit einem Grossereignis, ohne Sponsor zu sein – zu setzen. «Während dem Anlass schreien alle um die Wette und die Botschaft geht unter», so Marxer. Es sei ebenfalls klar gewesen, dass Migros keine rechtlichen Schritte von der Uefa zu erwarten hatte.