Der HEV Schweiz führte im vergangenen Herbst seine alljährliche Umfrage zur Marktlage bei rund 80 Immobilientreuhändern, -maklern und -verwaltungen durch. Laut den jüngsten Ergebnissen wurde der Immobilienmarkt 2008 als weitgehend intakt eingestuft. Für die nahe Zukunft ist die Mehrheit tendenziell optimistisch. Insbesondere für den Geschäftsflächenbereich erwartet jedoch ein beachtlicher Teil der Befragten Preisrückgänge, aber auch bei den Eigentumswohnungen sind zunehmend etwas skeptischere Stimmen auszumachen.

Nachfrage intakt

2008 war die Immobiliennachfrage vielerorts weiterhin ungebrochen. In fast allen Kategorien stellte die Mehrheit der Befragten eine gegenüber 2007 unveränderte Nachfrage fest. Bei den Einfamilienhäusern sprachen sich 72% für eine gleich gebliebene Nachfrage aus, bei den Eigentumswohnungen nahmen 52% unveränderte, 31% eine nochmals angestiegene und 17% eine rückläufige Nachfrage wahr. Bei den Mehrfamilienhäusern hat 2008 der bereits in den Vorjahren festgestellte Run auf Renditeobjekte offensichtlich weiterbestanden. 55% sprachen sich für ein unverändertes, weitere 45% für ein nochmals erhöhtes Nachfrageniveau aus.

Auch Bauland war offenbar vielerorts sehr gefragt. Bei den Büro- und Geschäftsflächen sprach sich die deutliche Mehrheit für eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Nachfrage aus, 22% stellten aber einen Nachfragerückgang fest.

Teils weitere Preissteigerungen

Die knappe Mehrheit von 48% stellte 2008 bei den Einfamilienhäusern einen Preisanstieg fest. 11% nahmen gesunkene Einfamilienhauspreise wahr und 41% sprachen sich für ein gleich gebliebenes Preisniveau aus. Ungefähr gleich viele der Befragten nahmen bei den Eigentumswohnungen erhöhte (44%) und unveränderte Preise (41%) wahr, weitere 15% stellten Preisrückgänge fest. Wie die grosse Nachfrage nach Mehrfamilienhäusern nicht anders vermuten lässt, sprach sich die klare Mehrheit für weiter gestiegene Preise aus.

Anzeige

Bei den Büro- und Geschäftsflächen stellte die Mehrheit unveränderte Preise fest. Zu nahezu gleichen Teilen sprachen sich die Befragten in diesem Segment sowohl für Preisanstiege wie auch -rückgänge aus (21% für Preisrückgänge, 23% für Preisanstiege).

Aussichten 2009

Mehrheitlich optimistisch geben sich die Befragten auch was das Jahr 2009 betrifft. Im Eigen-heimbereich rechnet die Mehrheit mit unveränderten Preisen gegenüber 2008. Im Segment der Eigentumswohnungen hat aber der Anteil, welcher von erneuten Preissteigerungen ausgeht, seit 2006 stetig abgenommen. Demgegenüber hat sich der Anteil, der mit sinkenden Preisen rechnet, im gleichen Zeitraum schrittweise erhöht.

Bei den Mehrfamilienhäusern rechnet knapp die Hälfte mit unverändertem Preisniveau. 45% gehen von weiteren Preisanstiegen aus.

Für Büro- und Geschäftsflächen erwarten 50% ein unverändertes Preisniveau. Ein beachtli-cher Anteil von 37% ist hier aber deutlich skeptischer und rechnet mit Preiseinbussen, was sicherlich auf die zunehmend schlechteren konjunkturellen Aussichten zurückzuführen ist.

Beim Bauland geht die Mehrheit von 60% von weiter steigenden Preisen aus. 29% erwarten unveränderte Preise. 57% rechnen mit weiter steigenden Baukosten, knapp 40% prognostizieren ein unverändertes Baukostenniveau für das Jahr 2009.