Das Interesse für Kernenergie scheint bei den Hochschulstudenten an der ETH Zürich zu steigen. «Die dieses Semester neu lancierte Vorlesung Nuclear Energy Systems für die Maschinenbaustudenten besuchen über 30 Studierende. Das ist im Vergleich zu anderen kerntechnischen Angeboten viel», stellt Horst-Michael Prasser, Professor für Energietechnik an der ETH Zürich, fest. Er prophezeit Studierenden von Kerntechnik auch gute Berufschancen. «Kerntechnik ist ein Bereich, der nach Personal lechzt», sagt Prasser.

Industrie finanziert Professur

Seit längerem sorgen sich die Schweizer Kernkraftwerkbetreiber um einen Nachwuchs, der fähig ist, die aktuellen und möglichen künftigen Kernkraftwerke zu warten. Aus diesem Interesse heraus bezahlt die Vereinigung der Schweizer Kernenergie-Produzenten Swissnuclear seit zwei Jahren Prassers Professur. Ab Herbst 2008 wollen die ETH in Zürich und in Lausanne mit einem Master of Science in Nuclear Engineering Nachwuchs für Kerntechnik ausbilden. «Ich stehe mit Interessierten in Kontakt, und es sind schon ein paar Anmeldungen eingetroffen», sagt Prasser. Die Anmeldefrist läuft in Zürich Mitte März ab. Die Kernkraftwerkbetreiber haben für die bestehenden Kernkraftwerke einen minimalen Jahresbedarf von zehn akademischen Absolventen. Prassers Lehrgebiet wird von der Industrie finanziert, nachdem das Lehrgebiet des Vorgängers eingestellt wurde. Die Grundausstattung von rund 1 Mio Fr. entspricht in etwa jener der Professuren, die von der ETH finanziert werden.