Die Zahl der Management-Studiengänge hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Das zeigen bisher unveröffentlichte Zahlen des Graduate Management Admission Council (GMAC). Gleichzeitig steigen die Kosten im MBA-Markt: Business Schools müssen ihren Professoren immer höhere Gehälter zahlen, und Studenten werden durch höhere Studiengebühren stärker zur Kasse gebeten.

Ein Vergleich: 1997 gab es lediglich 74 neue Management-programme inklusive MBA-Programmen an den Business-Schools weltweit. Zehn Jahre später sind es bereits 641 neue Programme. Insgesamt wurden in den vergangenen zehn Jahren 3710 neue Management-programme weltweit gestartet: 1553 von europäischen Schulen, 1449 von Schulen in Asien, Südamerika, Australien und Afrika, 708 in Nordamerika.
Der grösste Kostenfaktor dabei sind die Professorengehälter. Waren es im Fachbereich Management im Jahr 2000 noch 93120 Dollar, verdiente ein Professor 2006 bereits 113 000 Dollar. Dazu kommen steigende Studiengebühren. So lagen sie in den USA im Jahr 2000 für Studenten, die nicht in ihrem Heimat-Bundesstaat studieren, bei 15776 Dollar, sechs Jahre später dagegen schon bei 28 972 Dollar pro Jahr.

Welche Schule wählen?

Ein MBA soll helfen, als Kandidat andere bei der Stellenbewerbung hinter sich zu lassen und mehr zu verdienen. Das bedeutet angesichts der vielen MBA-Anbieter und -Absolventen, dass die Schule beim Arbeitgeber ein hohes Renomme haben sollte. Und worauf achten die Manager und Personalverantwortlichen? Es sind nicht zuletzt die Rankings vieler Wirtschaftsblätter, allen voran die «Financial Times». Doch aus ihrer angelsächsischen Sicht, so lautet einer der Kritikpunkte aus Europa, sei die US-Lastigkeit, beispielsweise der «Business Week». Gefordert werden bessere (kontinental) europäische Hitlisten.
Die etablierten Rankings haben einen grossen Vorteil: Sie versprechen ihren Lesern, auf einen Blick zu vermitteln, wer zur Spreu und wer zum Weizen gehört. Doch wie alle Hitparaden und Statistiken auch, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen, so auch der Kontakt mit MBA-Alumni. Denn warum steht eine Schule in einem Ranking auf Platz 2, im anderen auf Platz 27? Hier müssen sich die MBA-Interessenten und auch die Kaderleute genau umschauen, um nicht das Ranking im Sack zu kaufen.
Dazu passt die Aussage des ehemaligen General-Electric-Chefs Jack Welch, dessen Urteil über 35 amerikanische Business Schools vernichtend ausfiel. Trotz aller Rankings.

Anzeige