Der Gründer des Sicherheitssoftwareherstellers McAfee, John McAfee, hat in China mit deutlichen Worten vor den Gefahren der Vernetzung von immer mehr Geräten gewarnt. Die Sicherheit sei bei solchen Geräten noch wichtiger als bei Computern und Smartphones, da ihre Zahl so viel grösser sei.

«China übernimmt eine Führungsrolle dabei, Geräte vom Kühlschrank bis zum Thermostat internetfähig zu machen, und das ist unsere grösste Schwachstelle in Sachen Cybersicherheit», sagte McAfee am Dienstag auf einer Konferenz in Peking. Er erinnerte daran, dass bereits alle möglichen Dinge vom Safe über Heizungskontrollen bis zu Autos und Flugzeugen gehackt worden seien. Je mehr vernetzte Geräte es gebe, desto grösser seien die Risiken.

Berechtigter Alarmismus

«Unsere Spezies hat noch nie zuvor eine Bedrohung von solchen Ausmassen erlebt», sagte McAfee. «Vielleicht denken Sie, dass ich übertreibe, dass ich alarmistisch bin.» Er sei aber «befreundet» mit vielen Hackern, die riesigen Schaden anrichten könnten, wenn sie es wollten.

McAfee neues Unternehmen MGT Capital bereitet derzeit die ersten IT-Sicherheitsprodukte vor, die noch vor Jahresende auf den Markt kommen sollen. Mit seiner vorherigen Firma McAfee, die als eine der ersten Programme gegen Viren und andere Schadsoftware entwickelte, hatte er in den 1990er Jahren ein geschätztes Vermögen von rund 100 Millionen US-Dollar angehäuft. Durch schlechte Investmententscheidungen und die Finanzkrise verlor er aber das meiste wieder.

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Verwicklung in Mordfall

Schlagzeilen machte McAfee ausserdem mit der angeblichen Verwicklung in einen mysteriösen Mord im mittelamerikanischen Belize im Jahr 2012. Nach wochenlanger Flucht wurde er im benachbarten Guatemala festgenommen und in die USA abgeschoben. McAfees Nachbar in Belize war erschossen aufgefunden worden. Er hatte sich über Hunde und Wachleute auf dem Nachbargrundstück beschwert. McAfee beteuerte stets, nichts mit der Tat zu tun zu haben.

(sda/jfr)