Nach den enttäuschenden Halbjahreszahlen durchleuchten Berater von McKinsey die Privatbank Notenstein. Das Mandat stehe in Zusammenhang mit der Einführung der neuen Bankensoftare Avaloq, bestätigt die Bank gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz»: «Im Rahmen dieses Projektes prüfen wir Möglichkeiten, unsere Strukturen und Prozesse in Verbindung mit den Chancen der Digitalisierung so zu verbessern, dass wir optimal auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet sind.» 

Die Berater sollen bis Ende des Jahres Ergebnisse präsentieren. Laut «Bilanz» dürfte dabei vermutlich auch ein Stellenabbau auf der Vorschlagsliste stehen. Denn die Wertpapier-Abwicklung und die Informatik sind bereits zentralisiert – hier ist also nicht mehr viel zu holen. Auch das Zweigstellennetz könnte vor einem Abbau stehen. 

Sinkender Gewinn

Im ersten Halbjahr war der Halbjahresgewinn von Notenstein La Roche um 47 Prozent auf noch 8,3 Millionen Franken eingebrochen. Das Verhältnis aus Kosten zu Einnahmen stieg auf 82,8 Prozent. 

Die verwalteten Vermögen gingen auf knapp 21 Milliarden Franken zurück. Binnen fünf Jahren will Notenstein aber die verwalteten Vermögen auf über 40 Milliarden Franken mehr als verdoppeln. Ohne Zukäufe wird das nicht gehen. In diesem Zusammenhang machten jüngst Meldun-gen die Runde, dass Notenstein die Fühler nach der Schweizer Tochter der DZ Privatbank AG ausstrecke. Die Schweizer Privatbank des deutschen Genossenschaftssektors verwaltete Ende 2015 gut 7,5 Milliarden Franken.

(ise)

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