Die Metro Group hat entschieden, die Geschäftstätigkeit von Media-Saturn in China nicht fortzuführen und entsprechende bilanzielle Vorsorge zu treffen. Die Entscheidung beruhe auf den Erfahrungen einer zweijährigen Testphase, wie der Konzern mitteilte. Mit dem chinesischen Partner Foxconn, mit dem die Metro vor Ort zusammenarbeitet, werde nun die weitere Vorgehensweise besprochen. 

Media Markt tritt in China gegen starke lokale Konkurrenten an und hat derzeit sieben Märkte in dem Land. Metro betreibt mit dem Format Cash & Carry auch Grosshandelsmärkte in China und will in diese auch weiter investieren.

Gesamthaft haben ausländische Firmen 2012 erstmals seit der Finanzkrise weniger in China investiert. Die Investitionen sanken um 4 Prozent auf 111,7 Milliarden Dollar und lagen damit etwas unter dem Rekordwert von 2011, wie aus heute veröffentlichten Daten hervorgeht.

Apple will ausbauen

Experten sehen den Rückgang nicht als Anzeichen dafür, dass das Vertrauen der Investoren in China zurückgeht. Vielmehr sei nun mit einer Stabilisierung zu rechnen. «Wir werden in den nächsten Jahren Investitionen im Volumen von 110 bis 120 Milliarden Dollar pro Jahr sehen», sagte Tim Condon, Ökonom bei ING in Singapur.

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China müsse sich nun stärker um ausländische Unternehmen bemühen, sagte Shen Danyang vom Handelsministerium. «Es stimmt, dass manche Industriebetriebe das Land verlassen.» Eine grossangelegte Kapitalflucht sei jedoch nicht zu erkennen. Vor allem europäische und asiatische Firmen schränkten ihre Investitionen ein. Aus den USA kam dagegen mehr Geld.

China war im November 2001 der Welthandelsorganisation WTO beigetreten, seither haben sich die Investitionen mehr als verdoppelt. Die Wirtschaft des asiatischen Landes verlor zuletzt allerdings etwas an Fahrt.

Ausbauen will derweil Apple: Der US-Techkonzern plant, die Zahl seiner Geschäfte in China von 11 auf über 25 zu erhöhen, wie Apple-Chef Tim Cook  vor kurzem in einem Interview ankündigte.

Metro leidet unter Konsumentenzurückhaltung

Derweil kam Deutschlands grösster Handelskonzern und Media-Markt-Mutter Metro im vierten Quartal 2012 insgesamt nicht von der Stelle: In den letzten drei Monaten des Jahres verbesserte sich der Umsatz nur leicht um 0,5 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro.

Auch im Gesamtjahr waren trotz umfangreicher Preissenkungen keine grossen Sprünge drin: Die Erlöse stiegen 2012 um 1,2 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro. Der Vorjahreswert wurde dabei angepasst. Analysten hatten in etwa mit dieser Entwicklung gerechnet.

Der Konzern leidet unter der Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher. Vor allem in Südeuropa bekommt er die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise zu spüren. Im vierten Quartal hätten sich die Marktbedingungen noch einmal verschärft, sagte Metro-Chef Olaf Koch.

Für das Gesamtjahr 2012 erwartet die Metro einen Rückgang beim operativen Ergebnis. Die vollständige Bilanz legt der Händler am 20. März vor.

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(tno/aho/sda/awp)