Die Elektronikketten Media Markt und Saturn (Metro-Aktie) waren über viele Jahre die Wachstumslokomotive im Konzern, doch seit einigen Quartalen schwächelt das Geschäft. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte Media-Saturn noch einen Gewinn von 41 Millionen Euro ausgewiesen. Jetzt steht ein Verlust in etwa gleicher Höhe an.

Vor einem Jahr hatte die Fussballweltmeisterschaft, anlässlich der viele Fernseher gekauft wurden, dem Unternehmen ein starkes Quartal beschert. Grund für die momentane Schwäche bei Media-Saturn sind neben den Kosten für die Expansion auch der späte Start ins Internet. Dies will das Unternehmen nun nachholen.

Gleichzeitig ist ein massives Kostensenkungsprogramm vorgesehen. 3000 Stellen sollen gestrichen werden. In den kommenden drei Jahren will Media-Saturn insgesamt 500 Millionen Euro einsparen. Hintergrund ist der Preiskampf bei Fernsehern, DVD-Playern und bei anderer Elektronik. Um der wachsenden Konkurrenz durch das Internet Paroli zu bieten, planen Media Markt und Saturn weitere Preissenkungen.

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Europas führende Elektronikhändler beschäftigen insgesamt 68 000 Mitarbeiter. Ohnehin gehen 2100 Stellen mit dem Rückzug von Saturn aus Frankreich verloren. Das Streichen der 3000 Stellen in diesem Jahr komme hinzu und betreffe Verwaltungsjobs, erläuterte die Geschäftsführung. So sollen Aufgaben gebündelt werden. Der Verkauf in den Media-Märkten und den Saturn-Märkten sei von dem Stellenabbau nicht betroffen. Diesen wolle man zu einem Grossteil damit umsetzen, dass freiwerdende Stellen nicht wieder besetzt werden.

Auf die Ertraglage des Gesamtkonzerns werde die Schwäche von Media-Saturn indes keine Auswirkungen haben. Alle anderen Vertriebslinien bewegten sich im Rahmen der Markterwartungen, sagte Finanzvorstand Olaf Koch. Der Konzern bestätigte seine Prognose für das Gesamtjahr. Weiterhin will die Metro 2011 das Ebit vor Sonderfaktoren um rund zehn Prozent steigern.

(cms/rcv/awp)