Vor allem das Zeitungsgeschäft mit der erfolgreichen Pendlerzeitung «20 Minuten» sowie den boomenden Stelleninseraten dürfte bei Tamedia für ein gutes Resultat sorgen», erwartet Daniel Bürki, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Tamedia legt am Donnerstag, 30. August 2007, die Halbjahreszahlen vor. Auf diese beiden Gewinntreiber kann der Zürcher Verlag wohl noch eine Weile zählen. «Zumindest bis Ende 2007 sieht es bei den Stellenanzeigen gut aus», so Bürki. Und die Pendlerzeitung «20 Minuten» sei gut positioniert, auch im Hinblick auf die neue Konkurrenz.

Noch mehr Gratiszeitungen

Am 19. September 2007 wird die Gratiszeitung «.ch» lanciert. Der verschärfte Wettbewerb werde «20 Minuten» aber wohl kaum in Bedrängnis bringen, meint auch Helvea-Analyst Chris Burger. Tamedia will zudem in diesem Jahr zusammen mit der Espace Media Groupe und der Basler Zeitung Medien ein neues Gratisblatt auf den Markt bringen. «Gratiszeitungen liegen weltweit im Trend, und in der Pendlernation Schweiz sind die Bedingungen besonders günstig», so Burger.
Sogar PubliGroupe kann sich grundsätzlich eine Minderheitsbeteiligung an einer Gratiszeitung vorstellen. Der Westschweizer Inseratevermittler konnte im 1. Halbjahr 2007 nur wenig vom derzeit freundlichen Umfeld in der Schweizer Zeitungswerbung profitieren. Der Umsatz stieg um 4,2% auf 1074,4 Mio Fr., der Betriebsgewinn (Ebit) legte um 3% auf 34,8 Mio Fr. zu. Ohne Sonderfaktoren wäre der Ebit sogar negativ ausgefallen. Analysten und Anleger zeigten sich denn auch mehrheitlich enttäuscht vom Resultat; die Aktie verlor am Tag der Veröffentlichung des Ergebnisses 1,2%.
«PubliGroupe hat an mehreren Orten kleinere Schwierigkeiten. Für die Aktie spricht derzeit nur die moderate Bewertung», so Daniel Bürki von der ZKB. Mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,1 für 2008 ist die Aktie immer noch höher dotiert als Tamedia mit einem KGV von 13,4. «Der langfristige Trend im Werbemarkt geht in Richtung elektronische Medien», so Chris Burger von Helvea. Die stark in der Printwerbung verankerte PubliGroupe hat die Zeichen der Zeit erkannt und will verstärkt auf den Online-Markt setzen. Zusammen mit dem Axel-Springer-Verlag haben die Westschweizer die deutsche Werbevermarkterin Zanox übernommen. Es dürfte aber noch eine Weile dauern, bis sich diese strategische Änderung positiv auf das Ergebnis auswirkt, erwartet Burger von Helvea.

Auf Online-Werbung setzen

Dagegen ist Goldbach Media, deren Aktien seit Mitte Juni 2007 an der SWX Swiss Exchange kotiert sind, vollständig auf elektronische Werbung ausgerichtet. «Goldbach Media hat von Beginn weg auf elektronische Medien gesetzt und ist damit heute in einer besseren Position», erklärt Bürki.
Auch das auf Werbevermarktung von privaten elektronischen Medien spezialisierte Unternehmen baut die Online-Werbung weiter aus. Ein direkter Vergleich der beiden führenden Werbevermittler der Schweiz kann am Freitag, 31. August 2007, vorgenommen werden. Dann präsentiert Goldbach Media das Semesterergebnis.

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