Der Gewinn des französischen Medienkonzerns Vivendi ist im vergangenen Jahr wegen Problemen im Telekom- und Fernsehgeschäft sowie einem verlorenen Gerichtsprozess in den USA eingebrochen. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen noch 164 Millionen Euro, 2011 waren es noch 2,68 Milliarden Euro, wie es in Paris mitteilte. Damals hatte allerdings ein Sondereffekt in Polen den Gewinn um mehr als eine Milliarde Euro aufgebläht.

Umbau angesagt

Die Dividende soll angesichts des Einbruchs von 1,40 Euro auf 1,00 gekappt werden. Der Konzern will ausserdem mit einem Umbau gegensteuern. Während grosse Teile des Telekomgeschäfts auf dem Prüfstand stehen, will Vivendi vor allem mit Videospielen und im Musikgeschäft wachsen.

Zum Einbruch im vergangenen Jahr trug massgeblich die Niederlage in einem seit Jahren andauernden Prozess mit dem US-Medienunternehmen Liberty bei. Ein Gericht in Manhattan verurteilte den Konzern zu einer Zahlung von knapp einer Milliarde US-Dollar. Vivendi soll bei der Übernahme einer Beteiligung von Liberty Angaben geschönt haben. Vivendi fechtet das Urteil zwar an, der Schuldspruch schlug dennoch auf die Bilanz. Hinzu kamen Abschreibungen von 665 Millionen Euro beim Fernsehkanal Canal+.

Bereinigt um diese Effekte verbuchte Vivendi noch einen Gewinnrückgang um 13,6 Prozent auf 2,55 Milliarden Euro. Das lag vor allem am um 30 Prozent eingebrochenen operativen Gewinn der französischen Telekomgesellschaft SFR. Dagegen wuchs der Gewinn der Videospiel-Sparte Activision Blizzard um 13,6 Prozent. Hier konnte der jüngste Ableger der Ego-Shooter-Reihe «Call of Duty» einen neuen Bestwert erzielen und bereits nach 15 Tagen eine Milliarde US-Dollar einspielen.

Zuwächse gab es auch beim Musiklabel UMG und der Brasilien-Tochter GVT. Der Konzernumsatz legte um 0,6 Prozent auf 28,99 Milliarden Euro zu. Die Ergebnisse lagen etwa in Höhe der Erwartungen von Analysten.

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(chb/aho/awp)