Wie eine Sprecherin von Murdochs britischem Zweig News International Group in der Nacht zum Sonntag mitteilte, zog sich Murdoch aus entsprechenden Gremien in Grossbritannien, den USA, Australien und Indien zurück. Der Schritt erfolgte demnach bereits vergangene Woche.

Der Murdoch-Konzern News Corporation soll in zwei separate börsennotierte Gesellschaften aufgegliedert werden. Eine wird für den Buch- und Zeitungsmarkt zuständig sein, die andere für den Bereich Film und Fernsehen.

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In den USA gehören dem Murdoch-Imperium unter anderem der ultrakonservative Fernsehsender Fox News sowie die Zeitung "The Wall Street Journal". Murdoch hatte vergangenen Monat angekündigt, er werde Vorstandsvorsitzender beider Gesellschaften sein.

Die konkurrierende britische Zeitung "The Telegraph" berichtete auf ihrer Webseite, der Milliardär sei aus den Aufsichtsräten von News International Group, Times Newspaper Holdings und News Corp Investments ausgeschieden. Zur britischen Gruppe des australischen Medienmoguls gehören unter anderen die Zeitungen "The Sun", "The Times" und "The Sunday Times".

Kritik wegen Abhörskandal

Murdoch und sein Medienkonzern waren im vergangenen Jahr wegen eines Abhörskandals in Grossbritannien in die Kritik geraten. Dass Mitarbeiter des Konzerns mutmasslich Prominente abhörten, Polizisten bestachen und Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens knackten, löste Empörung aus. Auch die engen Verbindungen des konservativen Premierministers David Cameron zum Murdoch-Imperium wurden publik.

Im Zuge von Ermittlungen wurden mehr als 50 Verdächtige, überwiegend Journalisten, festgenommen. Unter den Festgenommenen war auch die Murdoch-Vertraute Rebekah Brooks und Camerons früherer Medienberater Andy Coulson.

Murdoch liess zwar das Boulevardblatt "News of the World" schliessen, und mehrere leitende News-Corp-Mitarbeiter traten zurück. Doch der Ruf des 81-jährigen Medienunternehmers ist angeschlagen.

(chb/sda)